Harald Kappel: Hochgeladen

die Leiche
meines Vaters
riecht nach dem Telefunkenapparat
meiner Mutter
das Niveau am Sterbebett
wird peinlich genau protokolliert
die Fotografie
des aufgeschnittenen Herzens
zeigt an seinen Rändern
unverdauten Spinat
die sectionale Präparation
vermittelt den Eindruck
als wär er noch da
fieberhaft knacken Schädelknochen
intensives Denken setzt ein
die Augennerven kratzen von innen heraus
am Klavier wird ein läppisches Lied gespielt
ich lade seine Facebookseite hoch
und zeige sie
am offenen Sarg
seine Freunde sind drei
er hat zwei Likes
in viertausend Stunden
ich hatte ihn blockiert
die Leiche meines Vaters
wird peinlich genau hochgeladen
sie riecht nach dem Telefunkenapparat
meiner Mutter

Harald Kappel: MolekülWolke

im polyzyklischen Kohlenwasserstoff
der Sterne
entdecke ich das Aroma deines Aufgesetzten
hinter dem Thresen
lagern Meteoriten
bringen chemisch
die Evolution in den Biergarten
ich relativiere die Theorie
allgemein korrekt
zur Feier des Tages
öffne ich
praktisch die nächste Flasche
fantasiere vom Nobelpreis
stopfe mir
nicht rechtzeitig
das Maul
und verdampfe
am Ereignishorizont

Harald Kappel: FischBrötchen

Masse ist
im Universum
kein fester Ort
das Ticken
der Atomuhr
ein metrisches System
es sprengt
den Klang
der Strahlung

still
wird Ursache
zu Wirkung
das Seltsame
zum Alltag
der Meridian
zum Ereignishorizont

die Glut der Sterne
beizt
Lärm und Leere
zu Rauchaal
am Morgen
riecht ein Brötchen
nach Mutters Locken

die leise Zeit
brennt im Ofen
die Bombe
tickt gewöhnlich
das System
wird
zur Wirkung
ein Fischbrötchen
wird
zur Ursache

Christian Knieps: CERN

Mein Mann und ich sind unterwegs zum CERN. Er will da unbedingt hin, während ich nur dabei bin, damit er nicht allein fahren muss. Dafür hat er mir versprochen, beim nächsten Besuch bei meiner Mutter dabei zu sein, denn wenn er dabei ist, ist meine Mutter meistens die Freundlichkeit in Person.
Auf dem Weg zum CERN bekomme ich eine Zusammenfassung seines Wissens, das ich kaum bewerten kann, weil ich weniger als die Hälfte verstehe. Nach den ersten Fragen lasse ich auch das Fragen sein, weil ich merke, wie angespannt er wird, wenn ich zeige, dass ich so gar keine Ahnung von dem Ganzen habe.
Als wir endlich ankommen, freue ich mich auf etwas Bewegung. Wir treten in das Eingangsgebäude und treffen andere Teilnehmer der heutigen Führung. Auf den ersten Blick erkenne ich, dass es nur eine potentielle Leidensgenossin gibt, doch sie ist so gekleidet, dass sie auch Physikerin sein könnte. Also ist Vorsicht geboten.
Die Führung beginnt. Der Mann, der uns Einblick in das Wunderwerk der Technik gibt, ist mir in seiner leicht verpeilten Art direkt sympathisch. Meinen Mann nervt sein nasaler Tonfall. Wir werden durch das Gebäude geführt, die meisten, die den Eindruck machen, dass sie wissen, was hier geschieht, wirken von der Führung gelangweilt. Ich hingegen finde sie sehr interessant, da sie nur wenig Wissen voraussetzt. Zudem spüre ich, wie der Vortragende eine Begeisterung für diese Forschungseinrichtung versprüht, wie es Männer normalerweise nur für ihren Fußballverein machen.
Als sich die Führung zum Ende neigt, bin ich positiv überrascht, während mein Mann mir schon verraten hat, dass das hier pure Zeitverschwendung für ihn sei. In den Gesichtern der anderen Teilnehmer sehe ich eine ähnliche Meinung, auch in dem Gesicht der einen Frau, von der ich nicht erahnen konnte, mit welchem Wissenstand sie hier angereist ist. Zum Glück habe ich mit ihr kein einziges Wort gewechselt.
Die Führung wird beendet und es gibt zurückhaltenden Applaus. Schnell gehen alle auseinander, nur ich trete an den Wissenschaftler heran und sage ihm, dass mir seine Führung sehr gefallen hat, wenn ich nicht sogar begeistert davon bin. Wir kommen ins Gespräch und ich vergesse meinen Mann, der irgendwo im Verkaufsladen nach Fachliteratur sucht, von der er wohl kaum etwas verstehen wird. Hauptsache, er zeigt, wie sehr er in dem Thema drin steckt. Nach außen, versteht sich.
Wir beide hingegen machen uns über die Besucher lustig. Ich kann offen zugeben, dass ich nicht mal alles das verstanden habe, was der Wissenschaftler uns erklärt hat, aber er ist sich sicher, dass die anderen Besucher auch nicht mehr verstanden haben, es nur nicht zugeben wollen.
Auf dem Nachhauseweg schweigen mein Mann und ich lange, bis er äußert, wie enttäuscht er von dem Besuch ist. Ich überlege kurz, ob ich ihm die Wahrheit sage, doch ich weiß auch, dass er noch weitere solche Besuche in seinem Kopf hat. Und so entscheide ich mich zu einem nichtssagenden Geräusch, das bei ihm als Bestätigung ankommt.

Ferenc Liebig : Die Wirklichkeit in kleinen Teilen

Man würde mich in die Berge schicken, dort, so sagte man, habe man eine neue Methode entwickelt, Prozesse des Unsichtbaren sichtbar zu machen. Ein gewisser Professor Beringer hatte erst vor kurzem eine Abhandlung geschrieben, in der es hieß, man könne nun in die Welt der Moleküle hineinschauen, Anregung und metastabile Zustände definieren. Sein Fazit lautete, ab jetzt bliebe nichts mehr im Verborgenen. Die Geheimnisse der Welt würden sich auflösen, wie ein vorher undurchsichtiger Nebel. Mein Doktorvater meinte, diese poetischen Abschlusszeilen hätte man sich sparen sollen. Darin ließe sich nicht die nötige Ernsthaftigkeit finden, die dieses Thema verdient hätte. Aber die Auswertung der vorliegenden Messdaten beeindruckten ihn. Die Modellrechnungen zeigten, so war er sich sicher, den Ursprung einer Veränderung in unserer Wahrnehmung. Man könnte meinen, dass wir an dieser Stelle den Nullpunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft setzen werden. „Es wäre eine Schande“, sagte er, „ihre Überlegungen und bisherigen Ergebnisse nicht mit diesem System untersuchen zu lassen.“
Man begleitete mich zum Flughafen und sagte mir, dies könnte der größte Durchbruch sein, den die Wissenschaft bisher erlebt hat. Vom Eifer gepackt, standen wir mit meinen Koffern neben der Haltebucht und glaubten, spätere Biographen würden diesen historischen Moment meines Abflugs mit großen Worten bedenken. „Was es bedeuten würde, wenn wir die Zusammenhänge verstehen könnten. Eine Energiewende, eine Revolution in der Pharmaindustrie, unendliches Leben vielleicht.“ Mein Doktorvater drückte mir einen Brief in die Hand. „Für Professor Beringer.“ Er sah mich nachdenklich an und gab mir den Hinweis mit auf den Weg, es würde sich um einen sehr scheuen Mann handeln, der in der Welt der Wissenschaft nicht immer ganz unumstritten war und dem man einen schweren Charakter und ein gewisses Dasein als Eigenbrötler zuschrieb. Nicht ohne Grund hätte er mich ausgewählt. Nicht wegen meiner Leistungen auf dem Gebiet der Elektronenverschiebung, sondern aufgrund meiner Diplomatie, den Umgang mit Kritik, meinen schier endlos ausrollbaren Geduldsfaden. Es wäre hilfreich, ihm nicht zu widersprechen.

Mit einem Stapel gebündelter Publikationen saß ich im Flugzeug und blickte aus dem ovalen Fenster auf die feuchte Landebahn. In Der entzauberte Regenbogen behauptete Richard Dawkins, dass das Wunderbare nicht weniger wunderbar wird, wenn wir es erklären können. Aber was würde geschehen, wenn sich die Komplexität der Welt herunterbrechen ließe, auf eine einzige Formel, wenn Heisenbergs Vermutung sich als richtig herausstellen würde, sein Ansatz nur falsch gedacht war, alles plötzlich erklärbar wäre, wie würden wir damit umgehen, wenn wir in den Nachthimmel schauen, ohne Faszination, ohne den Glauben an mehr, was würde das aus uns machen, wenn die Neugier nur noch ein Artefakt, die Existenz eines Gottes nur noch eine Randnotiz ist. Ein Gewitter hatte sich zusammenbraut. Kurz beschäftigte die Passagiere die Frage, ob der Flug überhaupt stattfindet, aber zur Erleichterung aller, entschied sich der Pilot für einen Start. Ich lehnte mich zurück und schloss die Augen. Zahlen, Buchstaben, Symbole erschienen mir in ungeordneter Reihenfolge, als würden sie verlangen, sortiert, zu einem höheren Sinn zusammengesetzt zu werden, aber es war mir nicht möglich, sie zu greifen. Als das Flugzeug abhob, begannen die Kopfschmerzen. Die Euphorie schlug in Mattigkeit um. Die Augen wieder öffnend, lag unter mir das winzige Berlin, eine Miniaturstadt, wie ein Modell, ohne Menschen, ohne Leben, dennoch wunderschön anzuschauen.
Mit anbrechender Dunkelheit knackste der Lautsprecher. Der Pilot sprach von Turbulenzen. Nicht sonderlich schweren, aber man wolle Panik vermeiden. Vor zwei Wochen war erst eine Maschine abgestürzt, die Leichenteile in einem Waldstück verteilt gefunden worden. Man wusste, solche Bilder und Information hätten sich noch nicht weit genug aus unserem Gedächtnis entfernt, um der Wahrscheinlichkeit eines Absturzes mit statistischer Logik zu begegnen. Mit Eintritt in die Wolkendecke wurde es holpriger. Ich dachte an die tiefe Falte zwischen den Augenbrauen meines Doktorvaters. Seit meines ersten Gespräches mit ihm, fragte ich mich, ob er diese besonders reinigen würde, mit einem Wattestäbchen zum Beispiel und wie die Haut dazwischen aussah, wenn man die Falte auseinanderschob. Ein Tal der Ungewissheit, dachte ich schmunzelnd, als der Pilot wieder zu uns sprach. Ein Gewitter sei vor uns, nicht möglich zu umfliegen, aber wir sollten uns keine Sorgen machen, man hätte schon häufiger solche Situation erlebt und wie man bemerken würde, bisher auch alle überlebt. Ein grunzendes Lachen beendete die Durchsage.
Es wurde einiges durcheinandergeschüttelt. Koffer regneten aus den Ablagefächern, eine Stewardess stolperte und hielt sich ungünstiger Weise an dem Kopf eines Passagiers fest, dessen Frau nicht besonders amüsiert darüber erschien, als ihre Brüste seine Wangen streiften, ein paar Sauerstoffmasken baumelten hinab und Gläser, ob gefüllt oder leer, fielen zu Boden und rollten nun kreuz und quer zwischen Gang und Sitzen entlang. Der Herr neben mir, ein hochdekorierter Anthropologe, der auf dem Weg zu einem Kongress in einen Nachbarort meines Zieles war, begann Stoßgebete zu flüstern, bis ich ihn vorübergehend beruhigen konnte. Mit simpler Mathematik erklärte ich ihm, dass die eigentliche Differenz zwischen Leben und Tod so gering sei, dass man schon die Nachkommastellen beachten müsste. Auch erzählte ich ihm von meiner Idee, der Nichtzugehörigkeit von Elektronen, diesem wimmelnden Wirrwarr an Energie, diesem Theorem, dass falls die Messungen ähnliche Tendenzen aufwiesen, dies der Welt der Physik den Atem stocken lassen würde. Ob er verstünde, fragte ich ihn, aber anstatt staunend zu applaudieren, wendete er seinen Blick ab und sprach wieder zu Gott, der doch an seine Familie denken sollte, die Kinder und Enkelkinder und die Trauer und wie viel noch entdeckt werden muss, er müsse noch so vieles entdecken und diesmal unterbrach ich ihn nicht, schaute aus dem Fenster in die Lichtblitze, die sich in den Wolken sammelten und spürte im Angesicht dieser Schönheit ein seltsames Glück, dass nur mit einer Theorie zu vergleichen ist, die sich von der Praxis belegen lässt.
In der Schule noch mit Niels Bohr konfrontiert, der seine Elektronen auf Kreisbahnen um den Kern schickte, kam später Erwin Schrödinger in die Bücher, der über ein mathematisches Modell die Aufenthaltswahrscheinlichkeiten der Elektronen im Atom bestimmen konnte. Mittels Wellenfunktionen ließen sich die räumliche und zeitliche Entwicklung des Zustandes eines Quantensystems beschrieben. Als ich erstmal davon hörte, war ich endlos begeistert. Ich versuchte zu lesen, was es zu lesen gab. Fachbücher, Publikationen, Abrisse, biografische Notizen, Tagebucheinträge. Und je mehr ich las, desto ergriffener wurde ich. Meine Anschauung, mein alltägliches Verständnis von einfachsten Ausführungen, mein Bewusstsein für Details veränderte sich mehr und mehr und an Tagen, an denen ich hunderte Seiten studierte, in die Beschreibungen versank. Die Welt stellte sich anders dar, nicht mehr nur dreidimensional, sondern als ein Gebilde, eine Membran, in der sich alle Kräfte und Teilchen aufhielten. Daran musste ich denken, als der Pilot wiederholt zur Ruhe ermahnte und seine zehntausend Flugstunden als Garantie hergab, dass wir uns in sicheren Händen befanden. Leider konnten seine Worte herzlich wenig ausrichten, als der rechte Flügel einknickte und der Rumpf sich wie eine Treppenläuferspirale zu verziehen drohte.

Bei brennenden Triebwerken öffnete ich den Brief meines Doktorvaters. Ich wusste, er würde es nie erfahren. Wer sollte es ihm verraten, dachte ich grinsend, während sich das Flugzeug vornüber neigte und der hochdekorierte Anthropologe nun zitternd Bibelverse zitierte. Ich entnahm den Brief aus seinem Umschlag und entfaltete das Papier. Von draußen hörte man das geisterhafte Surren des Windes, das Rauschen von Geschwindigkeit, im Innern das Kreischen und Übergeben von Insassen, die jedwede Hoffnung aufgegeben hatten, dieses Flugzeug unbeschadet zu verlassen. Lieber Herr Beringer, stand da, mein Student, Sie werden ihn zu schätzen wissen, hat in den letzten drei Jahren seiner Promotion interessante, ich würde sagen, Erleuchtungen gehabt, wie ich vorher noch keinen meiner Promovierenden habe Erleuchtungen sehen gehabt, aber dies ist nicht das eigentlich Aufregende, das wirklich Aufregende ist, dass er erst am Anfang steht, selbst noch nicht weiß, zu was er fähig ist und ich Ihnen zusichern kann, er wird seinen Durchbruch erleben, bestenfalls mit Ihrer Hilfe. Gemeinsam wird es möglich sein, seine Vision zu vervollständigen und eine komplett neue Auffassung für unser Universum zu erlangen. Aber seien Sie streng mit ihm. Er neigt zu Höhenflügen und verschiebt schon durch leichte Ablenkungen seinen Fokus. Mit freundlichsten Grüßen, Prof. Dr. Dr. Mathuren. Ein wenig stolz auf diese Einschätzung, schloss ich den Brief und konnte nun schon flache Berge erkennen, auf die wir ungebremst zurasten.

Kurz vor dem Aufprall, dachte ich an meine Mutter, wie sie in der Küche vor einem übergroßen Suppentopf stand. Sie sagte, „komm schon mein Sohn“ und ich ging auf sie zu und sie wies mich an, einen Blick in den Topf zu werfen. „Dort ist deine Lösung“, rief sie aus. Ich beugte mich vor, doch anstatt kleingeschnittenes Gemüse vorzufinden, war es der Moment vor dem Urknall, den sie mit einer gemächlichen Bewegung herbeirührte. Ich wünschte mir, ihr rechter Arm hätte nicht mein Sichtfeld eingeschränkt, dennoch konnte ich eindeutig den Punkt erkennen, in dem sich die gesamte Energie sammelte und nicht nur das, ich verstand auch, warum sie sich genau in diesem Punkt sammeln musste, warum es keine andere Möglichkeit als diese gab. Unsere Blicke trafen sich. „Bis gleich“, sagte meine Mutter und ließ den Topfdeckel fallen.

Carsten Stephan: Elegie mit Schnee

Man wird am Morgen aus dem Schlaf gerissen.
Vorm Fenster schiebt wohl jemand diesen Schnee.
Man möchte nicht aus seinen warmen Kissen.
Der Wecker lärmt. Dann regt sich das Gewissen.
Man rafft sich auf und gurgelt mit Kaffee.

Man friert im Dunkeln an der Haltestelle.
Die Bahn fällt aus. Drei Flocken haben Macht!
Das Herz spielt auf wie eine Brasskapelle.
Man kommt zu spät in seine Großraumzelle.
Und auf dem Heimweg ist es wieder Nacht.

Man wird zuhaus im trüben Licht verstiegen,
Trägt drei Pullover und hat alles satt.
Man möchte in der Tropensonne liegen.
Nur hat man leider Angst vorm Fliegen
Und kauft bloß Birnen mit eintausend Watt.

Wenn man den Winterschlaf so richtig schliefe!
Man hat nicht mal in Süßem einen Halt.
Die Heizung rauscht. Die Nase schwillt im Miefe.
Man stürzte sich am liebsten in die Tiefe,
Doch ist es draußen eben viel zu kalt.

Man niest mit Fleiß und spuckend wie ein Lama.
Man geht sehr früh zu Bett und träumt konfus.
Vom Plansch im warmen Südseepanorama,
Vom Hai und eignen Bein … Ein ganzes Drama.
Dann schreckt man auf und tastet am Pyjama,
Denn ungern friert man nur an einem Fuß.

Carsten Stephan: Froh begeistert, leicht gefiedert

Aus dreizehn Versen Mörikes

Und nun fliegt mit uns, ihr Pferde,
In den Braus der Meereswinde!
Mädchen! schlingt die wildsten Tänze
Und ein Heer gekrümmter Fische!

Dunkel wölbe sich die Wimper,
Unter uns vergeh die Erde!
Rudert! Wie der Kranich ziehet
Und die Wachtel dort im Fenster!

Durch die Lüfte zu dem Meere,
Querfeldein! Durch Qualm und Schwüle!
Und vor Freude trunken schwärmen,
Dazu liebliche Radieschen!

Christian Knieps: Abschottung

Eine Mauer umgab ihr Wesen. Für Außenstehende wirkte sie zuweilen, als würde sie sich bewusst gegen die Außenwelt abschotten, um mit sich selbst allein zu sein. Niemand ahnte, dass sich diese Mauern, die früher zum Schutz vor ihrem gewalttätigen Vater aufgebaut worden waren, inzwischen so sehr um ihr Wesen verfestigt hatten, dass sie keinen Menschen mehr an sich heran ließ. Keinen einzigen.
Vor allem nicht die Menschen, denen sie auf der Arbeit begegnete. Sie lieferte tadellose Arbeit ab, machte so gut wie nie einen Fehler, und selbst, wenn ihr einmal einer unterlief, konnte man ihr kaum böse sein, da sie so willfährig diesen anerkannte, um bloß keinen weiteren Ärger und damit Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Sie duckte sich generell weg, wenn es darum ging, in irgendeiner Form aufzufallen und fehlte nicht selten auf Betriebsfesten oder verließ diese zu früher Stunde. Und das immer, ohne groß mit ihren Kollegen anzubändeln – denn das war nicht ihr Wesen. Jenes Wesen, das von Mauern umgeben blieb.
Aber alles ändert sich einmal, und auch dieser Zustand auf der Arbeit sollte sich alsbald ändern, als der alte Abteilungsleiter queraufsteigen konnte und ein neuer auf der gleichen Position eingestellt wurde. Da dieser neue ebenfalls quer aufgestiegen war und niemanden in der Abteilung vorher kannte, gab es einen vollständigen Neustart für alle Angestellten. Für restlos alle.
Während der alte Abteilungsleiter vor allem auf die Leistung achtete und es ihm mehr oder minder gleich war, ob sich einer in dem Team integrierte oder eher am Rande stand, machte der Neue gleich von Anfang seine Marschrichtung klar, indem er auf dem ersten gemeinsamen Abteilungsmeeting deutlich machte, dass er sich ein Team wünschte, in dem alle auf einer Stufe stünden. Sie alle hätten zusammenzuarbeiten, zusammengeschweißt, gemeinsam, als Team, im Verbund, als Gemeinschaft, jeder für jeden, alle für einen, alle zusammen.
Diese Vorstellung war eine Schreckensbotschaft für jenes eingemauerte Wesen, denn sie befürchtete, dass sie nun mehr aus sich herausgehen müsse, um mit der Geschwindigkeit der Teambildungsmaßnahmen Schritt halten zu können. Denn Schritt halten mit den anderen war gerade das, was ihre Mauern nicht nur erschwerten, nein, sie verhinderten jedes Bewegen außerhalb des eigenen Wesens.
So kam es, wie es kommen musste, denn schon bald fokussierte sich der neue Abteilungsleiter auf die drei Mitarbeiter, die er am Rand des Teams ausgemacht hatte, und während die anderen beiden aktiv daran arbeiteten, mit in die Mitte der Gemeinschaft zu rücken, verstärkte das ummauerte Wesen mit jedem Versuch seinerseits nur die eigenen Mauern. Hinzu kam, dass der neue Abteilungsleiter eine Art an sich hatte, die sie an die wenigen netten Momente mit ihrem Vater erinnerte. Jene netten Momente, aus denen nicht selten ein kleines Pflänzchen an Vertrauen erwachsen war, das mit dem nächsten Gewaltausbruch auch wieder zertrampelt wurde.
Mit jedem Einzelgespräch, die alle äußerst unangenehm waren, und mit jedem Gruppengespräch, die sich wie eine gefühlte Hölle für das ummauerte Wesen anfühlten, wuchs die Unsicherheit, und es schlichen sich aufgrund der permanenten Anspannung Fehler um Fehler in ihre Arbeit ein, sodass aus den teamintegrierenden Gesprächen mehr und mehr jobgefährdende wurden.
Das ummauerte Wesen besaß einfach nicht die Kraft, gegen ihre eigenen und die Widerstände außerhalb der Mauern anzukämpfen, und da sie niemanden auf ihre Seite ließ, musste sie irgendwann dem Druck nachgeben und schied ohne großes Auffallen von der Arbeitsstelle aus. Zu Hause, ohne Arbeit und ohne Netzwerk, das ihr in dieser Not helfen könnte, mauerte sie sich noch weiter ein, baute eine Trennmauer vor die andere, solange, bis sie sich nicht mehr bewegen konnte. Keinen Fußbreit mehr.
Mit den Jahren hatten die vielen Mauern ihr Wesen verhärtet; sie lebte von der geringen Hilfe, die ihr eine unpersönliche Behörde gab, und war einfach. Mehr nicht. Sie war. Musste sein. Denn mehr ließen ihre Mauern nicht zu, so eingeschlossen hatte sich ihr ummauertes Wesen.

blumenleere: im schwingen das singen

toene tanzen wellenfoermig, so auch die lieder, die wir – manchmal vielleicht schon beinah zu gern & des schmierigen pathos (ach, wir sind doch die vom schicksal ganz zu boden & noch tiefer fast geschlagenen …!) voll verkoerpern wollen, sollen bis gefuehlt muessen …? ja, egal, ob himmelhoch jauchzend oder zu tode betruebt – es ist sind die kontraste, die unterschiede, die unserem leben werte & qualitaeten verleihen, weil ohne freud kein leid … indem, naemlich, die bedeutung des einen nur sinn macht, durch das andere, waehrend wir zwischen den extremen der pole oszillieren, etabliert sich die von uns hypergelobte diversitaet – wiederum im gegensatz zur schalen uniform – just dadurch, dass gleichfoermiges, immerwaehrendes ununterbrochenes glueck, letztlich, am ende der annaeherung, zu einem bloszen synonym fuer letale langeweile werden wuerde & wir, zumindest (instinktiv/intuitiv) unbewusst, abstand davon nehmen. der weg der mitte, aber – on the other hand … –, beinhalte wohl stets das harmonische vibrieren aller saiten.

Harald Kappel: Bang Bang

..ein euphorisches Drama

(…eine Frau, ein Stuhl, ein Monolog)

Hier bin ich. Es ist schon ziemlich ungemütlich draußen, anders als wenn der Sommerwind unter den Sternen meine Gedanken wärmt.
Auf diesem Stuhl sitze ich gerne.
Wenn ich die Tür öffne, strömt eine frische Brise an den Gardinen vorbei in meine Küche. Als Kind durfte ich nicht zwischen diesen Gardinen nach draußen sehen, meine Mutter hatte es mir verboten.
Warum? Weiß ich nicht. Sie hat nicht mit mir darüber geredet.
Gegenüber, hinter dem großen erleuchteten Fenster, spielten alte Männer Karten, tranken Bier, und rauchten dicke Zigarren. Und um Mitternacht haben sie seltsame Lieder gesungen und sind auf die Strasse getorkelt.
Sie lachten und schrieen, sie waren frei.
Ich habe das erst später verstanden, vielleicht zu spät.
Aber das ist doch normal, dass man vieles erst zu spät versteht, oder?
Ich habe ein Kind und keinen Mann.
Mein Lebensmotto ist schwer in einen Satz zu packen. Irgendwie glaube ich aber daran, dass alles immer weitergeht. Dass auch hinter der dicksten Wolkendecke Sonnenschein und ein blauer Himmel warten.
Wenn mir langweilig ist, träume ich vom Reisen, vom Meer. Oder ich fahre ans Meer. Darüber lesen ist auch gut.
Ich wohne in einer sehr gemischten Strasse, es gibt wunderbare Häuser, und es gibt Bruchbuden. Mein Haus muss einmal wunderbar gewesen sein, aber jetzt…
Neulich war mir langweilig, das Kind schlief.
Ich habe mich bis auf den Slip ausgezogen, eine Spraydose mit schwarzem Lack genommen und Worte auf die Häuserfassaden gesprayt:
„Bang, Bang, Titte, Bazille.“ Bei „Bazille“ haben sie mich erwischt. Ich musste mit auf die Polizeiwache. Sie haben mich begafft, mir eine Decke um die Schultern gelegt und mich gut behandelt. Sie waren nett zu mir. Das mussten sie wohl sein. Obwohl ich ziemlich gestunken haben muss (das Wasserwerk wollte endlich sein Geld).
Dann sollte ich Fragen beantworten, die ich nicht zur Zufriedenheit der Fragenden beantworten konnte:
Warum haben Sie das gemacht?
Weil mir langweilig war und es mir nicht leisten kann, ans Meer zu fahren.
In ihrem Alter? Und halbnackt?
Gefallen Ihnen meine Titten nicht? Und ist man mit vierunddreißig zu alt zum sprayen? Oder ans Meer zu fahren? Wer sagt das? Hmh?
Weil ich seit vierunddreißig Jahren hier wohne und Mutter bin, haben sie mich wieder gehen lassen.
Das war nett. Ich muss das bezahlen, ich meine, die Reinigung.
Ich möchte mal wissen von was?
Sie fragten mich, ob ich das für normal halte, unbekleidet anderer Leute Häuser zu verschmutzen. Weiß ich nicht, hab ich gesagt. Ist das normal?
Die jungen Polizisten haben sich ganz komisch angeschaut.
Was meinen Sie? Ist Ihnen nie langweilig, oder fahren Sie dann ans Meer?
Ja, nun sagen Sie schon!
Sie…, waren Sie schon am Meer? Sie, ja…
Mein Elend begann mit der Schwangerschaft.
Als ich zweiundzwanzig war hab ich diesen hübschen Kerl getroffen, ehrlichgesagt, ich hab ihn auf seinem Fahrrad über den Haufen gefahren und dann zu Hause ein bisschen gepflegt und von diesen Umständen war ich dann gleich in „anderen Umständen“. Ich musste doch auch mal Erfahrung sammeln. Das ist normal, oder nicht? Irgendwann muss jede Frau das einmal tun.
Vorher war ich für Alle der gute Kumpel. Ein Mädchen, das nachts keine Angst haben musste… nachts durch den dunklen Park zu schlendern.. Niemand hätte mich belästigt, ich war eine Unberührbare.
Aber kaum fasste mich der Erste an, war’s vorbei mit der Freiheit.
Dabei habe ich doch nur etwas Normales machen wollen.
Was Normales…Was Normales…
Ich glaube, mein Elend begann mit der Normalität.
Meine Geduld ist nämlich wie normales Eis, nichts an ihm rührt sich.
Naja, ich wollte aber dann doch, dass mein Kind in einer ordentlichen Familie aufwächst. Mit der Geburt des Kindes war ich von einem Tag auf den anderen zu Hause angebunden. Ich musste so ziemlich alles aufgeben, was ich gerne gemacht habe. Alles! Keine Handpuppenlehrgänge mehr. Kein spätes Schlendern durch den dunklen Leninpark. Nichts!
Ich bin total an dieses Kind, dass ich nicht gewollt hatte, gefesselt.
Ja, aber ich liebe dieses Kind. Alle Mütter lieben ihre Kinder. Das ist normal.
Gottseidank, ist das normal!
Mein langweiliger Ex-Mann war keine große Hilfe. Wenn er nach Hause kam, klebte er auf seinem Sessel fest, bis das Fernsehprogramm Testbilder zeigte, und die fand er wohl auch interessanter als mich und seine Brut.
Halten Sie das für normal? Ich vermute, dass sie das für normal halten.
Schade eigentlich. Warum hält man das für normal?
Was glauben sie wohl?
Aber davon will ich Ihnen ja gar nicht erzählen. Ich wollte Ihnen erzählen, dass ich irgendwie hoffe, dass alles immer weiter geht, dass auch hinter der dicksten Wolkendecke Sonnenschein und ein blauer Himmel warten.
Das möchte ich Ihnen erzählen. Das ist schöner, oder?
Sie möchten etwas Schönes hören, oder?
Etwas schönes Normales!
Sie haben eine Bank in unserer Straße aufgestellt, auf der steht:
„Glück ist eine Bank, die plötzlich da steht.“
„Ich bin eine Bank vom Stadtmöblierungs-Projekt „Bau dir eine Bank“, hergestellt von den Bewohnern mit handwerklichem Geschick und allen die Lust haben, gemeinsam etwas zu bauen.“
Sie glauben an so etwas nicht?
Gehen Sie mal 30 m die Strasse herunter, und schauen sich das an.
Vielleicht setzen Sie sich sogar auf diese Bank.
Vielleicht gefällt es Ihnen sogar, auf dieser Bank zu sitzen.
Vielleicht fällt Ihnen auf dieser Bank etwas zu Ihrer Kindheit ein, oder zu ihrem letzten Urlaub, oder zu sich selbst. Das wäre schön. Das wäre gar nicht mal so normal, nicht wahr?
Ich sitze lieber hier auf meinem Stuhl, und schaue in das Fenster gegenüber.
Dort spielen sie leider keine Karten mehr. Vielleicht sind sie schon alle tot?
Ich lese hier manchmal etwas. Ich lese gerne das Handpuppenmagazin und ich lese Gedichte. Gedichte beruhigen mich.
Überrascht Sie das? Habe ich sie damit überrascht?
Ist das normal, dass sie das überrascht?
Sie, habe ich Sie damit überrascht?
Sehen Sie mich etwa als eine Frau, der man nicht zutraut, dass sie Gedichte liest?
Junge Mami liest Gedichte. Lächerlich. Und wann kocht sie?
Ich bin eine sogenannte Alleinerziehende. Ich koche, wann ich will.
Tag und Nacht.
Ich habe von Tag und Nacht gelesen.
Dass der Tag zu Ende geht.
Dass er seine Schuldigkeit getan hat.

nun geht der Tag zu Ende
hat seine Schuldigkeit getan
schweigt meiner Seelen Hände
mit Silberflügeln recht geschwind
vorm Fenster friert
der nackte Baum noch immer
und schwarzer Schnee
taut auf den Blüten
in dunklen Nachtgedanken
träum ich süß
von welken Wolken
blass und taub
der Regen trommelt
und packt
die Sehnsucht wieder ein
bin nur ein Glas voll Glück
wie Milch gemolken
bin Deiner Wärme Raub
ich horch dem Schlag der Stunden
wart auf des Morgens Ton
hör Deine Stimme rufen
Gedanken lachen schon
im hellen Bach
im grünen Schnee
und wachte auf
im Traum nur fad
von Licht umflossen
und niemand sagt
ich hab ein neues Kleid
im Bilderbuch gefunden
und niemand singt
von diesen offnen Stunden
wenn man
frei auf Bänken liegen kann
und hübsch
der Mond herunterlacht
dann schläft die Wolke
hinterm Haus
und welkt nicht mehr
nun geht die Nacht zu Ende
hat ihre Schuldigkeit getan

Verdammt, ich zieh mich aus und koche, wann ich will!!
Vielleicht fange ich aber jetzt damit an, davon zu reden, was passieren könnte.
Zum Beispiel könnte ich jetzt meine Spraydose nehmen, und irgend jemandem, Ihnen zum Beispiel!, ein Wort auf den Arm sprayen. Bang, oder Fuck!
Oder Anna. Ich heiße Anna, damit sie auch wissen, mit wem sie es zu tun haben. Wer ihnen so komische Geschichten erzählt. Sie könnten sagen, die ist doch nicht normal. Die ist vielleicht sogar verrückt.
Die Hundefänger müssten sie abholen, die sitzt hier rum, und sprayt anderen Leuten auf den Arm. Aber das tue ich ja gar nicht.
Ich stelle mir eher vor, es könnte mich jetzt jemand ansehen. Meine Titten .
Und mich dann mitnehmen.
Wohin wäre ganz egal, er müsste nur nett sein.
Vielleicht würde er ja sogar mit mir ans Meer fahren, wir könnten dort Wolken beobachten und überlegen, welchen Tieren sie ähneln, oder welchen Menschen.
Wenn wir das tun, dann könnte ich ihn sogar gerne haben, und er vielleicht mich.
Das wäre so schön, und ich würde glauben, dass auch hinter der dicksten Wolkendecke Sonnenschein und ein blauer Himmel auf mich warten.
Vielleicht möchte mich jemand von Ihnen mitnehmen?
Sie vielleicht? Gefalle ich Ihnen? Soll ich mich für Sie ausziehen? Wollen Sie mein Fleisch sehen? Das würde ich gerne tun…
Gefällt Ihnen mein Kleid? Meine Nase? Mein Stuhl?
Ich könnte Ihnen vorlesen, aus dem Handpuppenmagazin, oder lieber ein Gedicht?
Sind Sie romantisch, lieben Sie die Wolken, auch wenn aus ihnen Regen fällt?
Ich bin eine liebenswerte Person, ich liebe mich selbst. Das gelingt nicht jedem. Ich habe mir das verdient, dass ich mich selbst lieben kann.
Und ich koche wann ich will!
Seit dem Handpuppenlehrgang, habe ich keine Handpuppe selbst gemacht. Aber ich schaue mir immer gerne an, wie andere es tun.
Ich schaue mir immer gerne an, wie normal andere sind.
Ich möchte ein Ottonormalverbraucher sein.
Dann nimmt mich vielleicht jemand mit. Ans Meer.
Ich ziehe ein hübsches Kleid an und frisiere mir die Haare.
Ich liege mit den anderen Ottonormalverbrauchern am Strand.
Ich trinke gelbe Limonade und lache.
Ich gehöre dazu. Das würde mir gefallen. Vielleicht.
Vielleicht nehme ich aber auch meine Spraydose, und schreibe auf Ihr Haus: Feigling oder Bang.
Was würde Ihnen besser gefallen?
Noch haben Sie die freie Auswahl.
Ach vergessen Sie es, das war ein Witz.
Ein ganz normaler Witz.
Habe ich Sie erschreckt, nein, das wollte ich nicht.
Sie sollten sich nicht an Angst gewöhnen.
Die Menschen haben im Grunde nichts dagegen, betrogen zu werden.
Sie haben nur etwas dagegen, dass man sie es merken lässt.
Ich lasse sie nichts merken, denn das Unglück meiner Nachbarn macht mich traurig.
Und ihre Normalität macht mich traurig.
Ihr ständiges Bemühen.
Die Verlockung des Glücks.
Ich schlafe manchmal auf der falschen Bank.
Der kalte Regen fällt auf mein Haar.
Aber in mir ist immer blauer Himmel.
Ich trage die Erde, die Freude, und die Sonne an meiner Seite.
Ich bleibe anders.
Ich bin ein buntes Nebenleben.
Ich bin mein eigenes Wunschkind.
Bin in mir selbst hell ausgegossen.
Ich atme still den Wind, und lasse fallen was fällt.
Den Regen, die Tränen, die Träume
und mich….