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Eisenbart und Meisendraht ist das Literaturvermittlungsmagazin für geschundene Seelen. Jeden Monat wird ein neues Thema von unserem Schriftsteller*innenpool beackert und hernach in Radiowellen (Z) transformiert, in den Pod geschmissen und hier im Internet kybernetisch in den space gepresst.
Diese Seite ist gut, denn sie bietet eine einwandfreie Möglichkeit, in allen Beiträgen herumzustöbern, die im Rahmen von EB&MD veröffentlicht worden sind.

Aktuelle Themen

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"Mein Dresden. Meine Stadt. Mein Müll." (sauber.dresden.de)
"Ψ(x,t)=∫−∞∞​(A(k)ei(kx−ωt)+B(k)e−i(kx+ωt))dk" (Erwin Schrödinger)
"Die Liebe, die Liebe, die (...) Liebe, die (...) Liebe, die Liebe,(...), die Liebe, (...)!" - Johann Wolfgang von Goethe

Neue Textbeiträge

Beiträge Prosa

Ella:r Gülden: Leehrstellen

Die allermeisten der vorzeitig gealterten Jugendlichen stehen etwas verloren am Geländer, das die Hofeinfahrt begrenzt. Einige wenige lehnen lässig an der Hauswand des Gebäudeteils mit den Verwaltungsbüros. Dort waren alle schon mal, zwecks Papierkram. Ein gerade zugezogener Lamellenvorhang verhindert, dass sie sich beobachtet fühlen müssen. Das repräsentative Vordach wirft einen mehrere Meter langen Schatten. Es ist noch nicht ganz Sommer, aber warm genug, sich hier wohler zu fühlen als auf einer sonnenexponierten Fläche. Auch die Kiste Apfelschorle muss vor Sonneneinstrahlung geschützt werden. Manchmal gibt es auch Eistee oder Spezi, beides pro Flasche zwanzig Cent teurer. Aus dem Abfalleimer quellen Verpackungen...
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Beiträge Monolog

Matt S. Bakausky: Der Müllfluencer

Er postet ein Foto von sich und einem Glas voller Zigarettenstummel. Jemand fragt, ob er die alle geraucht hat. Nein, hat er nicht, er sammelte sie ein auf der Straße. Wahrscheinlich möchte er darauf hinweisen, dass man Müll - und Kippen sind Müll - nicht einfach auf die Straße wirft. Denn sie verpesten das Grundwasser - bis zu 40 Liter.Das Foto wird zum Hit auf Twitter, ehemals X und auch auf YouTube kommen Videos, in denen der Müllfluencer Müll einsammelt, gut an. Vielleicht achtet nur ein Mensch mehr darauf, was er mit dem Müll macht, lässt sich influencen, dann wäre...
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Beiträge

Gerry Schuster: CSK – Cyborg für Sonder-Kommandos

https://youtu.be/yOGjjBZQrco?si=IJ582ChVBZVnQ6bS
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Beiträge Lyrik

Theobald Fuchs: Trash

Schockschwerenot! Mein Schwiegersohn ist ein Optimist!Schon schweigt schwieriger Schon-Chirurg Jean Schweizer.Schwör! Geschwätziges Schwarzwild zieht geschwind die Schwänze ein.Schwiemu schwurbelt: Jemand schwächelt an der Schwelle zum Schwarzschweigen!Schlagartig: die Schar schwüle Sprüche schwingende Schwiegerschwager schwelgt in schwierigen Schwarzmalereien.So schwitzt kein Schweif, schwadronieren sie.Ein Schwall Schwäne schwingt sich schwer schwanzwärts.Und Schwuss!
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Beiträge Lyrik

Harald Kappel: Formatierung der Festplatte

das Erwachengegenübernach einer harten Nachthebt ein fetter Hundschwankend das Beinim grauen Lichtformatiert die schöne Nachbarindie bunten Mülltonnenerst nach Spektralfarbendann nach Bouquetin der verhassten Wäschespinnefängt sich der Windin Plastiktütenund Nylonstrümpfenund ihr Raschelnerzeugt eine seltsame Sprachein mirflüchtig fehlt mir kurz das Ich dann formatiere ichdie bunte Luftden grauen Hunddie fette Nachbarindie schöne Wäschespinnedie verhasste Nachtschlüpfein die Nylonstrümpfestecke michin die Plastiktüteund warte erneut aufdas Erwachen
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Beiträge Erzählung Prosa

Jörg Hilse: Cosplay

Manche Bewohner Leipzigs schütteln sicher den Kopf, wenn während der Buchmesse wieder so ein Trupp seltsam bunt gekleideter, teilweise recht aufwändig frisierter und geschminkter Gestalten aus dem Hauptbahnhof herauskommt , um in Bahn in Richtung Messegelände zu steigen.Cosplayer sagt erklärend der eine, ach das ist doch alles Schrott meint der andere. Aber ist die ganze Sache wirklich nur Trash oder steckt nicht diese alte unauslöschliche Sehnsucht dahinter, jemand anders zu sein als man im Leben ist. Tut ein im Verein organisierter Modelleisenbahner, der natürlich nicht damit spielt( !), sondern Fahrbetrieb macht nicht irgendwo das Gleiche? Nur eben ohne Bahner-Uniform ?Die...
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Beiträge

Carsten Stephan: Schweiß und Preis

Glosse Von der Decke bis zur Diele Muß der Schweiß herunter rinnen, Willst gelangen Du zum Ziele, Wohlverdienten Preis gewinnen. Friederike Kempner Woher kommt und wohin geht er?Welches ist des Schweißes Richtung?Davon kündet dir die Dichtung.Fließt er grade oder dreht er,Spritzt er achtundsiebzig Meter?Ob im Nebel, ob am Nile,Von dem Steiß geht er zur Schwiele,Zu dem Krapfen, zu der Kröte,Von dem Griesbrei bis zum Goethe,Von der Decke bis zur Diele. Aus der Achsel muss er fließen,Er muss strömen, er muss schnellen,Gleich den Niagarafällen,In Fontänen aufwärts schießen,Im Quartiere sich ergießen.Ob bei Froste, ob bei Finnen,Ob bei Flippfloppträgerinnen,Er muss sprudeln, er muss...
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Beiträge Lyrik

Harald Kappel: mumifiziert

die Stimmung ist im Keller nichts funktioniertan der richtigen Stelle am Arsch der Weltläuft man sein Leben lang herum der Aufgesetzteist eine Sternstunde die Köpfe der Revolutionmumifizieren in Formaldehyd das Tastinggar nicht mal so übelbrennt unter der Kalotte die Erkenntnisbraucht unendlich viel Zeitsie reichtGott sei Dankfür lebenslänglichen Suff man erträgt die Sternstundennur solangebis man sie begreift
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Beiträge Monolog Prosa

Christian Knieps: Für was Verben?

Eine kaum zu identifizierende Leiche, grässlich zugerichtet, auf dem nackten Boden, der blutdurchtränkte, in der gleißenden, unbarmherzigen und an dem Geschehen unbeteiligten Sonne, mit massenhaft schwirrenden Fliegen überall, dieses eindringliche gleichfrequente Summen, dieser beißende, bleierne Geruch nach fortgeschrittener Verwesung, beginnende Zersetzung allen ehemaligen Lebens, hinaus nach dem längst eingetretenen Tod.  Starke, höchst emotionale Ablehnung von meiner Seite aus, die Ermittlung, nicht mein Wunsch, großer Drang nach Weglaufen, doch hier, an diesem Ort, meine neue, ungewollte Ermittlung, dieses menschliche Desaster vor mir und in meinem schmerzenden Kopf.  Der eigenartige, äußert mitteilsame Täter, seine exakte Adresse und Handynummer auf der ansonsten zugerichteten,...
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Beiträge Lyrik

Harald Kappel: Abwehrhaltung

habe genug gelittenlasse mich ohne Gegenwehr erschlagenweilich es mir verdient habemein Haus ist graugrünwie letztensder trübe Urinwas bist du nur für ein Menschsagte siemach was aus deinem Lebensagte sieso ein Wahndachte ichja was denn?habe genug gelittendachte ichkeiner begreiftwas ich willes geht alles durcheinanderwie schmeckt ein Kuss?ja wie denn?was erwartest du?lecke am Rasierwasserweilich es mir verdient habeim Totenbuch stehtdass die Möglichkeitenverwirkt werdenirgendwannmöchte mal wissenwas das bedeutetfür michmöchte das mal wirklich wissendas ist doch kein Spassdas Saufennun mach schonwie letztensohne Gegenwehr
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Beiträge Lyrik

Carsten Stephan: Musikantenstadl

In matten Augen glänzt die Studiosonne,Ein Rüschenbalg kräht im Tapetenwald.Und alles schunkelt sich in beige Wonne.Ein Hirschhornknopf von einer Hose knallt. Ein Mottenschwarm entflieht den Kampferdünsten.Ein Jodler schlüpft aus einem Dekolleté.Der Saalschutz fantasiert von Feuersbrünsten.Ein Stützstrumpf blickt verliebt auf ein Toupet.
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Beiträge Lyrik

Carsten Stephan: bimbam

Schilleroulipo Der Marsch muß hinausIn den feindlichen Leichtsinn,Muß wirken und strebenUnd pflanzen und schaffen,Erlisten, erraffen,Muß wetten und wagen,Den Grad zu erjagen.Da strömet herbei das unendliche Gas,Es füllt sich die Spitze mit köstlichem Halfter,Die Rechtshänder wachsen, es dehnt sich der Heide.Und drinnen waltetDas züchtige Heilkraut,Der Nachtdienst der Klarheit,Und herrschet weiseIm häuslichen Krokodil,Und lehret die ManagerUnd wehret den Kode,Und reget ohn’ EntwicklungDie fleißigen Hascherl,Und mehrt die GlasfaserMit ordnender SMV.Und füllet mit Schermäusen die duftenden Laptops,Und dreht um das schnurrende Springseil die Fanfare,Und sammelt in der reinlich geglätteten SchürfwundeDen schimmernden Yuppi, das schneeigte Lichtjahr,Und füget zum Hahn den Glücksklee und die Schleimhaut,Und ruhet...
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Beiträge Lyrik

FD: Postapo-Glitzer-Glitzer

Wir sind ausgezogendie Welt zu eroberngefunden haben wir nur TrümmerHinterlassenschafen vergangenerGeneratonenirgendwo zwischen Bau-Skeleten und Restauratonsversuchwandeln wirin dem Wissen, wir werden die letzten seinmit einem Lächeln lassen wir die Bemühungenum…hinter unsIn dem Wissenes wird nichts bleibenunseren Lebensstandart nehmen wir nicht mitpostapokalyptsch heißt der neue Trendirgendwo zwischen Gleichgültgkeit und Müllbergenkultvieren wir Wahnsinn und Magieirgendwo zwischen Kapitalismus und Konsumstreuen wir den verlorenen Glitzersuchen wir nicht mehr das Lebendas uns verweigert bleibtirgendwo tanzen wir weiter auf dem Schlachteldder letzten Generatonirgendwo tanzen wirsolange die Musik weiterläufmerkt vielleicht niemandwievor den Toren unserer Weltder Tag anbricht
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Beiträge Filmkritik

Bettsy Bär: Perfect Days

Der superkregle Opi Wim Wenders hat wieder zugelangt und guckt im seim neum Fülm drin super-empathisch auf dem alten Opi Kloputz im Japam. Im Japam ham die Kloputz-Opis aber noch echtes Arbeitsethos, lesen Faulkner, bis sie vor Müdigkeit umfalln & wohnen nur in ganz ganz schlichtem Muji. Auch die Dialoge, die sie führn, sind wie Muji: Nur aufs Wesentliche beschränkt nämlich. Das ist dann Weisheit! Und Poesie! (Darf man nich mit Kitsch verwechseln! Niemals nich!) Aber die Onkel vom Kloputz da im Japam hörm die gleiche geile Mucke wie die alten Onkel mit den dicken schwarzen Brillen und Seidenschals in...
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Beiträge Lyrik

Lutz Vössing: Gehicht

Hand,Gekannt. Kamm,Gekammt. Henne,Gehennt. Geiz,Gebeizt. Gicht,Gedicht.
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Beiträge Monolog Prosa Radiostück

Elias Hirschl: Was normal ist

eine Produktion von "moïs" (Katrin Rauch mit Elias Hirschl) Es ist normal der Sau eins mit dem Holzscheit über den Schädel zu ziehen. Es ist normal die Sau bis ins Wohnzimmer schreien zu hören. Es ist normal die Sau ausbluten zu lassen. Es ist normal die Schweineborsten mit einer Metallkette abzurubbeln. Es ist normal die Schweinehälfte neben der Waschmaschine zu zerlegen. Es ist normal das Schweineblut in einem erwärmten Eimer aufzufangen und tüchtig durchzurühren damit es nicht gerinnt. Es ist normal etwas Salz hinzuzufügen. Es ist normal die Muskelabfälle vom Zuschneiden des Schlegels zusammen mit dem Fett in Wasser vorzukochen,...
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Beiträge Lyrik

David Telgin: Queer

Queerendet nicht Queerist unsere Liebe Queerist unser Leben Queerist unser Tanz Queer Und in bunten Farbenleuchtet Der Regenbogenüber uns.
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Beiträge Erzählung Prosa

Christian Knieps: Mein Hund, mein Wahnsinn

Ich halte mich für einen glücklichen Mann, wenn alles in seinen rechten Bahnen läuft. Dann entschied ich mich dazu, mir einen Hund anzuschaffen und erschuf gleichzeitig meinen eigenen Wahnsinn.Der Plan war denkbar einfach: ich hole mir einen Welpen, nehme einen ganzen Monat Urlaub, erziehe ihn und sorge dafür, dass er stubenrein wird, und gehe, wenn das Gröbste überstanden ist, wieder arbeiten. Abends würde mich dann freudestrahlend mein treuer Begleiter erwarten, mit dem ich zum Toben auf die Hundewiese gehen könnte.Als ich Tommy das erste Mal sah, war ich sogleich dahingeschmolzen. In die sanftmütigen Labradoraugen verliebte ich mich auf den ersten...
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Beiträge Monolog

Ella:r Gülden: Muschelbadewanne

Ja und die hatten so eine Wellness-Badewanne mit integriertem Whirlpool wie aus nem Spa-Hotel .. weißt schon, wie eine Muschel geformt, oder vielleicht eher wie ein Herz. Es war um meinen Geburtstag herum, zufällig in dem Jahr btw, als Michael Schumacher verunglückt ist, der Unfall war genau an meinem Geburtstag, da lagen wir in dieser Muschelbadewanne, und ihre Mutter sah unten fern, und wir küssten uns und knutschten, und mehr und das Wasser war so schön warm, und ihr Körper auch und es schäumte. Ja, das war das dritte Date und ich war da einfach schon mit bei ihrer Mutter...
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Beiträge

Theobald Fuchs: Nukleares Epos (Auszug)

Nukleares Epos (Auszug) „Links!“ rief Dr. Hanno Sauerbrei. Der Diplomand am Bedienpult drückte ein kleines Hebelchen nach rechts. „Links, sage ich!“ brüllte Dr. Sauerbrei. Er lag unter dem tonnenschweren Elektromagneten des Neutronenkalorimeters und versuchte verzweifelt, ein Gewindestängelchen unter die Kettenführung zu schieben. Der Diplomand mit der Links-Rechts-Schwäche büßte sein letztes Quantum Selbstsicherheit ein. Schweißperlen tropften von seiner Stirn. Im selben Moment, als ich hinzu sprang, um ihm die Bedienkonsole aus der Hand zu reißen, legte er erneut das Hebelchen um. „Das war wieder die falsche Richtung“, wies ich ihn auf seinen Fehler hin, doch meine Stimme ging in dem gewaltigen...
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