Andreas Prucker: Es ist zu heiß, Baby.

Krass.
Ein zeitliches verschieben war
vollzogen und KI Agenten
erlauben Inhalte halluzinierend neu
erfasst zu interpretieren.
Überall stehen deswegen die
gleichen Terrassen als erweiterte
Küchen im halb freien und zelebrieren eine Robinson Crusoe-Freitag-Lagerfeuermentalität.
Fehlt noch das freie nackte Tanzen um das Grill-Feuer herum, als Ritual für eine neue Gottheit.
Aber was weiß ich schon von moderner rückwärts Kultur?
Nichts.
Außer das man von einer Terrasse zur anderen Terrasse fährt, um zu sehen wie trendig man doch ist.
Der Sound dazu ist dann:
Come on daja jippi jippi jäh. Wenn es schön werden muss.
Oh ich bin wieder frech, dann geht es mir gut.
Slam dunk: A shortcut for fear, to become success.
Dies ist der Erfolg als Energie für gute Laune und weiterer Phantasie, was nun auch kognitiv alles in uns verzerren
mag, was uns dann hilfreich bei eigenen Anwendungsgeschick sein kann.
In diesen meinen Tropen-Terrassen-Weltraum herrscht immer die gleiche erfolgreiche KI Zeit.
Piep piep piep. Klick. Ich habe dich lieb.
Nur das traumatische aufwachen in den Arbeitsalltag hinein, will mir nicht gefallen.
Es ist zu heiß Baby.
Und in den Nachrichten verlautet man:
In welch einer Welt leben wir?
Schüsse die gefallen sind, verlieren an Bedeutung und werden sprachlich nicht erwähnt, schon haben andere Zeit
dies besser als Spektakel gestalten zu können.
Doch vielleicht passt die Reaktion vom Mainstream Journalismus und es interessiert uns nicht mehr, was
parteilich politisch verbockt wird.
Haben am ende einfach die falschen überlebt und sich fortgepflanzt?
Scheinbar ist man hier einer heißen Sache auf der Spur.
Das ist ungefähr so wie die moderne autonome rotbärtige KI Tropen-Kriegsführung in einer 100 km breiten und
was den ganzen kardiologischen kartografischen Grenzverlauf einer Todeszone umfasst, in der es keinen
Fortschritt einer Landnahme gibt und nur Energie und Ressourcen verschwendet werden, die ihre Sinnhaftigkeit
bei anderen Baustellen besser zur Geltung bringen würden, da es uns klimatisch, wie gesundheitlich und sozial
besser ergehen würde und die Egomanen dieser Welt eigentlich ihren Krieg auch mit Roboter Spielzeug billiger in
einer Arena über ein KI Roboterbattle austragen könnten, bei dem Zuschauer euphorisch applaudieren dürften.
Und dies Spektakel als neue Sportart, könnten wir uns auch auf unseren tropischen Terrassen Weltraum ansehen.
Oh, etwas Gras, und beim Filtern kommen die Säbelzahn Bilder.
HuuuuHu ein neuer Verve, ein neuer Tanz für den Zeitgeist Zwischenraum Nischen Surf-Sound.
Oh das klingt nach:
Der Bürger vollzieht seine Pubertät gegen die Autorität und wird dadurch vielleicht mündiger und die Autorität ist
dadurch beleidigt und agiert mit neuer Strenge.
Vielleicht sollte man einen KI Kanzlerinnen erstellen, weil das besser in die Zeit passt und wir mit den politischen aristokratischen diplomatischen Anforderungen besser zurecht kommen könnten. Also: Auf zur Psychopathy Checklist-Revised (PCL-R) Die PCL-R ist ein forensisches Diagnoseinstrument zur Erfassung psychopathischer Persönlichkeitsmerkmale, wie etwa angewendete manipulative Machtausübung bei kulturellen und anderen Straftäterinnen, um das zu
bekommen was Sie wollen. Und die entsprechende charakterliche Unreife als Reife, entsteht durch den Erfolg.
Upps ein Säbelzahntiger

Andreas Dietz: Das Sabbern der alten weißen Männer in Thailand

Alte Männer reisen,
wuchten ihre Wannen,
ihre fetten, kreisen,

fliegen, überspannen
ganze Kontinente,
Meere, und bemannen

Bars, und ihre Rente
nutzen sie zu Zwecken,
suchen die Momente

in den dunklen Ecken:
Mädchen, die nichts sagen
zu den Tränensäcken,

Mädchen, die nicht klagen
über rote Glatzen,
alles still ertragen.

Alte Männer schmatzen,
sabbern auf den weißen,
federnden Matratzen.

Alte Männer reisen.

Julia Eckert: Rotglühen

Unverzagt eruptives Glühen aus heißbegehrter Mitte
In sich entziehender Hingabe mehr als ein Schatten des Feuers
Verweist es auf ihren fluiden Kern auf ihre lebendige Essenz
Geronnene Splitter und zerfließende Ganzheit
Das beruhigende Wissen des Funkens in sich tragend

Jenes Aufflammen mit eigenem Willen jederzeit noch einmal entfachen zu können
Und immer wieder nur in vollem Einklang mit sich selbst aus dem Zentrum heraus
Befreiende Wärme zu stiften ohne sich zu verzehren

Nur Anfänge Lichter aus reiner Fülle geboren
Die stolze Energie zukünftiger Fontänen mit geheimer Schnur nährend
Eine Kette in ihrer Entfaltung Ordnung selbst
Freiheit generierend ab dem Moment der Ausbreitung nicht mehr aufzuhalten
Zukünftiges Rot grüßt trotzig emporsteigende Lichtfiguren
Fragile Figurationen reinster Freude
Die raumgreifend noch in ihrem Negativbild
Einem leise staunenden Himmel die Kraft konzentrierter Selbstüberschreitung illustrieren

Carsten Stephan: Berliner Blau zu machen

Muͤhlos und ergetzlich

Nimm friſches Rinds-Blut, mach es in
einem groſſen Tiegel bey ſteten umruͤhren
wohl trocken, daß es glaͤntzend und im
reiben koͤrnig wird. Weinſtein, Salpeter,

von jedem 3. Pfund, ſtoſſe jedes a part
groͤblich. und miſche von einem jeglichen
die Helffte in einer groſſen Schuͤſſel
zuſammen, fuͤlle damit einen Topff und

detoniere es darinne, wenn es nicht ſtarck
mehr rauchet, ſo nimm es mit einem
eiſernen Loͤffel heraus, und verwahre es
bis zum Gebrauch an einem warmen Ort.

Des getrockneten Bluts und dieſes alcaliſchen
Saltzes anderthalb Pfund, miſche es wohl
unter einander, fuͤlle damit einen Schmeltz-
Tiegel wohl eingedruckt, was nicht hinein

gehet, wird nachgetragen, wenn es ſich ein
wenig geſetzet, ſetze den Tiegel auf ein
ſtuͤckgen Ziegel in einen von Backſteinen
aufgeſetzten Ofen, und lege rings herum

kleine Kohlen, den Tiegel aber decke mit
einer groſſen zu, blaſe das Feuer an, und
wenn die Kohlen uͤber und uͤber gluͤen, ſo
halte es eine gute Stunde in dieſem grad,

hernach fahre mit einem eiſernen Stilo
hinein, und ſtich in die Mitte etliche Loͤcher
hinein, doch zerſtoſſe den Tiegel nicht, und
wenn ſich keine Flamme mehr auf den

Loͤchern zeiget, ſo hebe den Tiegel aus,
und gieſſe das Saltz in ein warm gemachtes
eiſern oder irden Gefaͤß, trage es nach
und nach in einen Topf darinnne 7. Pfund

laulichtes Waſſer iſt, ſetze ihn ans Feuer,
ruͤhre es wohl um, und wenn es wohl ſiedet,
ſo hebe es weg, und filtrirs durch ein Tuch,
darinn ein Bogen Maculatur Papier liegt.

Engliſchen Vitriol ein halb Pfund calcinire
ihn roͤthlich, wiege davon anderthalb Loth,
dieſe koche in zwey Pfund Waſſer, und
wenn es geſotten, wird es filtrirt. 3. Pfund

reine Alaun, 13. Pfund Waſſer, ſetze es ans
Feuer, wenn es bald ſieden will, und die
Alaune meiſtens ſolviret iſt, ſo trage ein
Quentgen klein geſtoſſene Concinellen

darein, ruͤhre es wohl unter einander, und
laß noch einmal aufſieden, hernach durch
ein Tuch lauffen in den Topf, darinne die
Solutio Vitriols aufbehalten iſt, davon

ſchoͤpffe mit einem Noͤſſels-Toͤpffgen zwey
mal, und von der Saltz-Lauge einmal in
einen geraumen Topf, ruͤhre es wohl unter
einander, gieſſe es auf ein ausgeſpantes Tuch,

trockne es etc.

Katrin Rauch: Ville abbandonate


Wir sind in einer dicken, dunklen Suppe aus Wasser, Seife und mäßigen Schmerzen eingelegt. Sie hat exakt unserer Körpertemperatur. Wir spüren nicht, wie sie alle unsere Zwischenräume ausfüllt, wie sie jedes einzelne Haar umschließt zum Beispiel. Wie schon immer kommen uns unsere Haare in diesem Schwebezustand vor wie Seetang, ohne, dass wir wüssten, wie Seetang wirklich aussieht. Wir haben Seetang nie in echt gesehen, yet here we are, floating in a soup of soap and seaweed.


Wir haben uns eingelegt in Wasser, Seife und mäßige Schmerzen, nachdem uns von innen her gegen die Hypodermis gepresst wurde, gegen das subkutane Fettgewebe, das wir doch loswerden sollten, seit wir elf sind, und das uns auch diesmal wieder vor dem Aufplatzen bewahrt hat. Gemeinsam mit dem viszeralen hätten wir es doch schon längst los sein sollen, jede Form von Ausmaß, das wir einnehmen, hätten wir los werden sollen in Wahrheit, nichts ist wichtiger, als weniger zu werden. Yet here we are, breit as ever, so viel Suppe verdrängend wie nur irgend wesensmöglich.


Wir wollten verschwinden. Zu etwas gemacht, das sich auflösen will, wollten wir verschwinden. Mit dem Hintergrund verschmelzen wie eine in Tapete gehüllte Tür und als solche uns gegenseitig einen unbemerkten Abgang ermöglichen. Wir wollten eine Tapetentür sein, aber keine solche mit einer auf camp-liker Höhe angebrachten Türschnalle durch die größtenteils unangenehme Männer treten. Im Fernsehen haben wir das gesehen und das wollen wir nicht sein, wir wollen eine Tapetentür in einem verfallenen Landsitz irgendwo in Italien sein, in einer Villa, einem tesoro abbandonato.


Wir wollten kaputt und verwüstet sein, abgeschält und zerfleddert, verkohlt und schimmelig, wurmzerfressene Klaviertasten, Stühle, die nun Schaukelpferde sind, abgeplatzer Putz, Artefakte, die kein lebender Mensch vermisst. Wir wollen seit 200 Jahren tote Menschen sein, gezeichnet, in goldenen Rahmen, über die von uns oder unseren Erben zurückgelassenen Gegenstände wachend, Pokale, Bücher, Schreibmaschinen.

Ich frage mich nicht, wer diese Menschen waren, ich sammle nur Material.


Und dann kommt einer und fotografiert dich und stellt dich, verlassenen Schatz, ins Internet mit Hashtags, denn du bist abbandoned, deserted, discarded for the whole world to see. Precious junk for grime lords and decay lovers. Manchmal bist du für den Algo sogar paranormal und musst menschenunmögliche Kraft aufwenden, um dich und die in deinen verfallenden Mauern eingeschriebene Hospitalität nicht zu vergessen, um nicht als Gespenst aus den verrottenden Bettlaken zu springen, samt der Axt, die du unter der Matratze versteckst und auf alles loszugehen, was die blinden Spiegel nicht mehr zu vervielfältigen imstande sind.
Der hält seine Kamera auf dich und dreht später digital die Sättigung hoch, dabei wollten wir doch blass und bleich werden.


Dann hasst du wieder alles, deine Contentwerdung, deine Aus- und Darstellung, das clickbaity Thumbnail auf deiner Stirn, die Captions und Hashtags, die dir eine Fratze aufmalen, zum Stattfinden gezwungen, zum sich verhalten, zum eine Meinung haben, bestenfalls gefestigt, festgefahren, zumindest eindeutig. Nachdenken müssen und nachdenken hassen, crash out gehen daran, dass sich deine zerebrale Matschpampe mit etwas anderem beschäftigen muss als mit Input. Du musst Output produzieren, Schreiben, du musst Du-Texte schreiben und dabei Texte hassen, die an ein Du gerichtet sind, das eigentlich Ich ist, das eigentlich eine Allgemeingültigkeit ausdrücken soll, also auch diesen Text, du musst deinen Text hassen, natürlich hasst du deinen Text, hast du überhaupt geschrieben, wenn du deinen Text nicht hasst? Und diese Risse überall, natürlich immer diese Risse. Ich hasse Risse. Sie sind genauso überstrapaziert wie ich.


Wir wollten doch einfach nur in Ruhe existieren gelassen werden. Auf unserem kaputten ausladenden Treppenaufgang ganz unten verweilen und heulen bis wir aufhören zu atmen. Abblättern wollten wir, zerfallen und uns auflösen zu einer Suppe in Vantablack in einer freistehenden Badewanne am Ende des Ganges, um später im Garten unter die Zypressen geleert zu werden.


Stattdessen stellt uns so ein Typ auf diese Höllenplattform und 50 Tausend Follower*innen konsumieren uns in ihre zerebrale Matschpampe hinein, um nicht darüber nachdenken zu müssen, dass auch sie tesori abbandonati sind, die zur Auflösung in Conten freigegeben wurden.


Ich frage mich, warum hier alles in Trümmern und Chaos liegt, als hätte jemand das Haus geschüttelt, wenn die Leute doch einfach gegangen sind und ich frage mich, ob, wer auch immer da gegangen ist, dabei auch die schwarzen Flecken hinterlassen hat.


Man hat uns zu etwas gemacht, das sich auflösen soll und uns dann vor den Vorhang gezerrt, unsere Gruft ausgehoben und uns Namen gegeben, die wir dann geändert haben. Wir haben unsere Muskeln, Sehnen und Gelenke aufgetrennt und sie so zusammengenäht, dass sie sich beim ersten Waschen nicht direkt wieder verziehen. So können wir jetzt in Seifenwasser liegen und es verdrängen, vielleicht dabei sogar das letzte Crashout verdauen, die liegen immer so schwer auf dem Magen. Unsere Haut hängen wir zum Trockenen auf


Ich hab eigentlich wirklich keinen Bock mich mit meiner Demontage zu beschäftigen, damit wer und was mich wann in Schutt und Asche legt. Ich will mich nicht mit den verhassten Rissen befassen müssen, damit sie erst zu verstecken, um sie irgendwann zu kleben. Ich will dauernd ausrasten, weil ich nicht länger Ausrasten müssen will. Ich will nicht aus Ausrasten müssen bestehen müssen.
Ich will mehr sein, als das, was mir passiert.

Christian Knieps: Ursuppe

vor dem wort
war das wur

vor dem wur
war das ur

und im ur
war das supp
nicht suppe
nur supp
ein blupp
ein schlapp
ein sch

dann:
plopp
ein ei
im nein
ein ja
im schleim
es zellte
es teilte
es eilte
es weilte

und plötzlich
hatte etwas
einen rand
und hinter dem rand
stand einer
und sagte:
ich

und das ur
das supp
das blupp
das ganze alte
warmgewesene
sah hoch
und dachte
oh nein
schon wieder einer