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Eisenbart und Meisendraht ist das Literaturvermittlungsmagazin für geschundene Seelen. Jeden Monat wird ein neues Thema von unserem Schriftsteller*innenpool beackert und hernach in Radiowellen (Z) transformiert, in den Pod geschmissen und hier im Internet kybernetisch in den space gepresst.
Diese Seite ist gut, denn sie bietet eine einwandfreie Möglichkeit, in allen Beiträgen herumzustöbern, die im Rahmen von EB&MD veröffentlicht worden sind.

Aktuelle Themen

zu den Themen

“Ihre Frisur rizzt heute aber wirklich ausgesprochen gut” hat mal Frau Meisendraht zu mir gesagt, als ich morgens gerade völlig
"BÄMBÄMBÄM!" Es war erst zehn Uhr vormittags, als ich an meiner Detektei ein Klopfen hörte. Ich bellte: "WIR HAM JESCHLOSSN
"Spoiler-Alarm: Es gibt keine einzige (...) Definition der "Kunst"." (www.daskreativeuniversum.de)

Neue Textbeiträge

Beiträge Lyrik

Christine Wiesel: Auflösung in der Nacht

Kontaktlos verbringen wir die Zeit Raum bleibt molekularlos Galaktische Körper schwirren umher. Blockaden im Kopf das Herz im Asphalt wird wortlos umverteilt Sprecherin: Selina Früchtl
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Beiträge Prosa Sachtext

Lisa Neher: Life is a rollercoaster

In der Popmusik der Neuzeit werden Leben und Liebe oft mit Abenteuerspielplatz verglichen. Schon Ronan Keating wusste: „Life is a Rollercoaster you just gotta ride it.“ Oder Kimya Dawson singt: „My Rollercoaster's got the biggest ups and downs – as long as we keep moving it is unbelievable“. Sie sind allgegenwärtig, die Ups, die Downs – aber manchmal fühlt sich das ganze weniger wie eine gaudigen Achterbahn an, sondern vielmehr nach „Riding Solo“. Nach schäbigem Geräteturnen. Betrachten wir als Beispiel mal eine Wippe. Schon mal jemanden beobachtet, der einsam auf einem dieser frustrierenden, nach Zweisamkeit schreienden Pärchengeräten saß? Lächerlich, wie...
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Beiträge Prosa

Felix Benjamin: Filme

In der vierten Klasse dreht sich alles nur noch um den Übertritt aufs Gümminasium. Mama sagt: „Mein Kind geht nicht auf die Hauptschule!“ Was passiert, wenn ich es nicht aufs Gümminasium schaffe?! Bin ich dann nicht mehr ihr Kind?! Das frag ich mich nachts im Bett, lieg deshalb lange wach und komme in der Schule noch schlechter mit. Mama bringt mich jede Woche zur Frau Göllner. Das ist eine komische Frau, die will, dass ich meine Familienmitglieder als Tiere male und sich dazu Notizen macht. Ich gehe trotzdem gern zu ihr, weil sie einen Abreißkalender hat, wo jeden Tag ein...
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Beiträge Prosa

Ruben Trawally: Salat

Scheppernd flogen die Fensterläden des kleinen Nürnberger Bungalows, der Wind blies feurige Flöten, als bei dem Sturm auch noch die Familienkutsche abhob und krächzend auf Nachbars Trampolin landete. Geläufig war einem dies Getöse ja nicht, und geheuer ebensowenig. Was für ein Spektakel - zumindest aus dem Wintergarten. Am nächsten Morgen konnte sich die Nachbarschaft ein Wunder hoffen, denn sämtliche Wege waren aus Salat. Es hat in der Nacht eben gestürmt und die Kohlfelder zuerst auf den Windpark, dann in den Hühnerhof, dann übers Möhrenfeld und dann noch etwa 3 Stunden in den Kreisverkehr geweht, womit sich ein durchaus angenehm duftender...
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Beiträge Prosa

Tibor Baumann: Volition – brennt hinter dem Rubikon

Er sagte: „nun“ Es gibt keine Entschuldigung. Ich erinnere mich gut, plastisch. Die Sonderausgabe wog schwer, limitiert, Fadenbindung. Es ist nur ein Schritt über den Fluss ohne Wiederkehr. Wussten Sie: Es wird ein System entwickelt, um Autoren pro angefangener Seite zu bezahlen. Flatratelesen. Spannung ist die Motivation. Wie oft ein Spannungsmoment aufgebaut werden muss, wie viele Zeichen es braucht, bis der nächste Coitus Interruptus stattfinden muss, errechenbar. Dann schreibt man nur mit Ziel; Volition, klar so weit? Mir war das nicht klar. Es tut mir so leid. Ich hatte schon immer Angst, dass ich einfach so - eines Tages -...
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Beiträge

Anja Gmeinwieser: Die Welt

In den Killerwalen sammelt sich die Welt. Ich meine das wörtlich, alles, alles was ist auf der Erde endet letztlich im Inneren eines Killerwales. Also, wirklich alles. Sie sind „Spitzenräuber“, ganz oben in der Nahrungspyramide, in der weltweiten Fressordnung, sie fressen Fische, die kleinere Fische fressen, die kleinere Fische fressen, die kleinere Fische fressen, die kleinere Fische fressen, die kleinere Fische fressen, die kleinere Fische fressen, die kleinere Fische fressen, die kleinere Fische fressen, die kleinere Fische fressen, die kleinere Fische fressen, die kleinere Fische fressen, die kleinere Fische fressen, die Plankton und/oder Pflanzen fressen. Und wahrscheinlich fressen die Killerwale...
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Beiträge Lyrik

Frau Lärm: Ihr sagt

Ihr sagt, das ist doch ganz einfach. Die schaffen es nicht, weil sie persönliche Probleme haben. Da muss man einfach an sich arbeiten. Alle haben schließlich die gleichen Chancen. Die Plattformen sind da. Die versuchen es nur nicht genug, haben kein Herzblut investiert. Es wäre schön, wenn das selbstverständlich wäre und wir darüber nicht reden müssten. Ihr sagt das, weil euch nie Steine in den Weg gelegt worden sind, weil ihr alle Privilegien, alle Unterstützung und alle Macht habt, diese zu behalten. Weil ihr nicht in andere Schuhe schlüpfen könnt. Oder warum?
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Beiträge Lyrik

Gerwin Weinknoth: Spießdeutsche Pretiosen V – Der Kloß

Oh, güldengelbe Seele vom Potack, aus Bulwens Leib geborenes Gezier, von Erdenäpfeln bestgeratner Erb, Die Götter lachten und es strahlte schier der Himmel, als Bramburo dich gebar. Schneeweiß liegst du auf unsern Tellern hier wie Alabaster oder Marmor gleich. Oh, feisteste der Speisen, sieh dich an! Gibt es ein Ding auf Koches weiter Flur, das Rundungen so reizvoll hat wie du? Wie Meißners Porzellan, so schön und pur liegst du wie Aphrodite in der Schal. Noch nicht wie sie, oh unschenante Hur, gehst schwanger du, mit Brot in deinem Leib. Wir blicken deine Rundung an und nur der Anstand hält...
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Beiträge Lyrik

Gerwin Weinknoth: Spießdeutsche Pretiosen I – Lied an die Leimfliegenfalle

Du Todesleimgespinst, wie filigran, hängst du doch an der Küchendecke dran. Als Pendel des Verderbens und der Qual, dem flatternden Gefleuche ein Fanal, drehst Du Dich in des Fensters engen Spalts und wer Dich kennt, der weiß: schon bald verhallt's, der freudig schwirrend Mücken heitres Spiel. Den argen Kleister intressiert nicht viel, nicht Fliege oder Wespe oder Gnu, ein Jedes führt er seinem Schöpfer zu bis eine Fibonacci-Locke hängt, ganz dicht an dicht mit Opfern vollgedrängt. Vereinzelt zucken Beine von Getier. Vivat! Oh Klebedings, wir danken Dir!
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Beiträge Lyrik

Andii Weber: Frühlingssonntag an der Wertach

Jamie, Jamie Immmee, Immmee Du bist Frau und ich bin Mann Oh Jamie, Jamie Immmee, Immmee Loch in den Rippen: Druckverband Ein Sonntag am Fluß als der Herrgott noch schlief Anarchie! die Bäume so hoch und das Wasser so tief Anarchie! Es lag so ein komischer Duft in der Luft Anarchie! Du nahmst dir die Frucht, hast den Garten verflucht Anarchie! Das einzige, das uns je verboten war Anarchie der Garten, der Apfel, der Mittelfingah Jamie, Jamie Immmee, Immmee Du bist Frau und ich bin Mann Oh Jamie, Jamie Immmee, Immmee Loch in den Rippen: Druckverband Sieh nicht hin,  ich...
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Beiträge Prosa

Andii Weber: Beim Augenarzt

„Immer wenn ich auf die Straße gehe, werden meine Augen feucht!“ „Das kenne ich, das kenne ich!“ Der Augenarzt hat Ihren Kopf an einem mannshohen Gerät festgeschraubt. An den Schläfen ist eine Art Schraubstock befestigt, an dem er stetig dreht, bis sie den Schädelknochen knacksen hört. Sie will schreien, stöhnt dann aber nur kurz. „Sie stöhnen. Vielleicht bedrückt sie ja etwas? Das könnte schon ein Hinweis sein. Sind sie traurig?.“ Sie kann nicht antworten, da ihr Kopf nun vollständig fixiert ist. Jetzt hat der Arzt sie genau da, wo er sie haben wollte. Vor ihren Augen tut sich etwas. Sie...
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Beiträge Prosa

Andii Weber: Paratext

Dieser Text ist eine scharfe Analyse, ein herrlich leichter Abgesang auf den Zauber der Jugend. Und vor allem: Schön geschrieben. Auch der Textsatz ist recht gelungen. Scheinbar leichtfüßig füßelt er zwischen Pop und Avantgarde und kleidet sich dabei zuweilen in windige Allegorien auf die große Freiheit aber auch den goldenen Käfig des Lebens. Große Kunst, wer mit so wenigen Worten so bildgewaltig die kleinen Gefühle auf das Textblatt machen kann. Mystifiziert der Text das Leben? Wahrscheinlich. Übermystifiziert er es? Vielleicht auch, ja. Der Text könnte auch eine Anspielung sein. Auf Alles. Er verbirgt sich zwar selbstunsicher hinter einem prätentiösen Schleier...
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Beiträge Drama Hörspiele

Andii Weber: In der Parfümehrie

Melissa: Es stinkt, Paul, es stinkt! Paul: Ja Melissa, ich weiß. Melissa: Aber die Flaschen hier  sind schön! Verkäufer: Wie kann ich ihnen helfen? Melissa: Wieso stinkt es bei Ihnen im Laden so? Verkäufer: Naja, dies ist eine Parfümerie und keine Metzgerei. Melissa: Aber sind Parfüme nicht dazu da, einen Guten Duft zu verbreiten? Verkäufer: Ja. Das funktioniert aber nur, wenn sie nicht gestört werden. Paul: WIe? Verkäufer: Naja wenn sich Düfte überlagern, dann fangen sie an zu kämpfen. und haben Sie schon mal eine wohlriechende Hundekampfarena gesehen? Paul: Gesehen noch nicht, aber gerochen. Melissa: Paul du warst bei einem...
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Beiträge Prosa

Andii Weber: Eine kleine Erlösungsgeschichte.

„Erst aussteigen lassen, dann einsteigen!“ hat sie gesagt, dann schob sie sich in den Bus, noch bevor sich die Türen geöffnet hatten. Der  Busfahrer hat eine goldene Feder am Ohrläpppchen. Er befreit sich unter Aufbietung von Kräften aus seinem Busticketkäfig und holterdipoltert den Gang entlang zur Türe des Fahrzeugs. Er stöhnt kurz, zieht an zwei kleinen Metallösen im Boden und klappt eine Zugbrücke aus Eichenholz nach außen. Der Rollstuhlfahrer betritt den Raum [Applaus]. Busfahrer ab. Aus der hinteren Ecke, da wo die Coolen sitzen, löst sich unvermittelt ein Schrei: „Hey! Der ist ja querschnittsgelähmt, das ist voll schlimm!“ [Lautstärke: Ü30] „Ich...
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Beiträge Lyrik

Gerwin Weinknoth: Spießdeutsche Pretiosen VI – Das Bier

Du köstliches Gepansch, oh, Gerstendunst, Hältst fern von uns Verderben, Not und Pein. Stehst gülden-braun im Glas, wie hingebrunst. Du höchstes Gut der Welt und Sonnenschein. Du prickelst, sprudelst, knallst wie ein Vulkan Schmeckst herrlich auch Schnaps und Zigarett Und brandest unsre kargen Kehlen an. Du machst uns hunderttausend Sorgen wett. Ergebenster Gefährt in bittrer Not Und ewig unser allerbester Freund, Wenn Finsternis ihn zu ersticken droht, Hat jedermann noch stets von dir geträumt. Wie Bernstein schmückst du unsres Tresens Kron. Du funkelst wie der allerbraunste Stern. Machst uns zu Helden, hebst uns auf den Thron. Zefix, du Bierschatz, wir...
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Beiträge Lyrik

Gerwin Weinknoth: Spießdeutsche Pretiosen II – Ode an den Gartenzwerg (lang und kurz)

Lang: Oh, der du da den Garten uns behütest, Magnolien, die Gurken und den Kohl. Wie häufig hat Frau Mieze hier geschmutzt, die schauerliche Wachtel gar gebrütet und dennoch hältst du Wache, brav und wohl von dir wird jeglicher Gefahr getrutzt. Am Rande der Rabatten ist dein Hafen, mit klarem Aug und apfelroten Backen bewachst du alle Früchte, wenn sie schlafen. Für Bohnen und für hilflose Tomaten den Kürbis gar, die adipöse Beer, setzt du dich ein mit blutdürstigem Spaten. Wie häufig kam Herr Teckel her, zu kacken und ohrenwehend floh davon nunmehr? Du hältst den Buckel hin für Rübe...
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Beiträge Prosa

Peter Momberg: Helden

Radio hat mich gefragt wer mein Vorbild ist. Mein grosses Vorbild ist Christian Grey. Habe gelesen Bücher eins bis drei, in denen er sein Leben als Multimillionär beschreibt. Er hat viele Freunde aber im Herzen will er nur eine Sache: Liebe. Das ist wie bei mir. Mombi möchte auch Liebe. Ich möchte geliebt werden, aber keine will mich lieben. Christian Grey hat es aber geschafft, weil er ein Firmen Impernium besitzt, sehr sportlich ist, Hubschrauber fliegen kann und ein total kranker Mann ist. Darauf stehen die Frauen, das zeigen Bücher. Er heiratet und bekommt viele Kinder. Ich weiß nicht wo...
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Beiträge Prosa

Nicolai Hagedorn: Unwahre Alltagsschurken

Häufig hört man, wirkliche Helden seien Leute, die unbemerkt Großes leisten. „Held des Alltags“ kann demnach im Grunde jeder werden, der sich irgendwie nützlich macht. Besonders „stille“ bzw. „wahre“ Helden sind beliebt und wer nach ihnen Ausschau hält, findet sich bald in einer Stadt wieder, von der man nur hoffen kann, sie hätte keinen solchen, deren „Mannheimer Morgen“ aber meldet, es reichten oft „kleine Gesten, die Menschen zu Helden des Alltags – und damit zu „Kavalieren der Straße“ – machen.“ Kavaliere der Straße? Jepp, sagen die Mannheimer, man habe bereits über 60.000 als solche ausgezeichnet, sogar zwei Frauen (Eden und...
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Beiträge Prosa

Horst Schulze Entrum: Wie ich das Ozonloch stopfte

Der folgende Text ist mein allererster Action-Text. Und deswegen wollte ich den eigentlich mit der Synchron-Stimme von Robert De Niro sprechen. Aber das darf ich nicht. Reine Rechtefrage. Der Text heißt: Wie ich das Ozonloch stopfte Irgendwo da oben musste ein großes Ozonloch sein. Ich beschloss, es zu stopfen. Doch ich war wohl wieder mal ganz auf mich allein gestellt: Im neuen Y-Heft fand ich so schnell kein passendes Gimmick, und auf meine alten Freunde Chuck Norris und Bruce Willis musste ich verzichten. Denn die sind nur reine Fiktion und werden selber von richtigen Schauspielern gespielt. Aber zum Glück hatte...
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Beiträge Hörspiele

MartinSchulz: Helden

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#0095 – Komplimente

“Ihre Frisur rizzt heute aber wirklich ausgesprochen gut” hat mal Frau Meisendraht zu mir gesagt, als ich morgens gerade völlig zerstört und mit tieffliegenden Augenringen (bei uns Papageyen ohnehin Dauerzustand) vom feiern heim kam, und sie schon wie immer über-pünktlich im Radio-Z-Redaktionsraum saß. Ein bisschen vergackeiert kam ich mir ja schon, aber irgendwie auch gut und verwegen.

Und da schließt unsere diesmalige Ausgabe quasi nahtlos an: Komplimente. Was sind sie, wer darf sie geben und wo hört der Spaß aber auch wirklich auf? Unsere beiden Radioknigges Eisi und Meisi nehmen sich dieser und vielen anderen Fragen an. Dazugeladen haben sie sich mal wieder die allseits beliebte und geschätzte Kollegin Fanny Weisenrat aus Wien, die uns von den Bergen herunter ihre ganz eigene Sicht in die Sendung hineinjodelt.

Wir fragen uns, ob Goethe eigentlich ein Incel war, schauen uns mal wieder ein wenig in der griechischen Mythologie um und komplimentieren auf mehrfachen Wunsch hin Damenbärte, dass es eine Art hat.

Dazu gesellen sich die Texte unseres Autor:innenpools, die aber auf die positiven Zuschreibungsklötze hauen, dass die Erde bebt. Dazu wird Chopin gereicht und zack, ist sie fertig: eine vollumfängliche Ausgabe von Eisenbart & Meisendraht.

einen interessanten Körpergeruch
wünscht ihnen
ihr Pappy, der Redaktionspapgey


Die Texte

Die Autor:innen

  • Christian Knieps
  • David Telgin
  • Bastian Kienitz
  • Andreas Prucker

Die Sprecher:innen

  • Hannes

#0094 – Krimi

„BÄMBÄMBÄM!“ Es war erst zehn Uhr vormittags, als ich an meiner Detektei ein Klopfen hörte. Ich bellte: „WIR HAM JESCHLOSSN VERDAMMTE SCHEISE!“ und exte meinen zweiten Bourbon. Die Käfigtür öffnete sich und dann stand sie im Raum. Diesen Anblick werde ich nie vergessen: das üppige Federkleid, der Schnabel scharf und doch sinnlich wie ein italienischer Rapier und Beinchen, ja, Beinchen bis zum Boden. Himmelherrgott, wahrscheinlich wird die Erinnerung an sie das Letzte sein, woran ich denken werde, bevor sie mich irgendwann mit den Krallen voraus hier raustragen. Sie krähte mir etwas entgegen und ich verstand sofort: Sie wollte Hilfe mit irgendeiner Sache. Hab für sie eine Redaktion gefunden, wo sie Texte veröffentlichen kann. Hab‘ seitdem nie wieder was von ihr gehört.Jedenfalls Eisenbart und Meisendraht haben die Sendung auch so wieder vollgekriegt. Unsere beiden Radiospurensucher:innen wühlen sich durch Vidocqt, über Whodunits, Poe, Max Frisch und wollen nichts mehr hören vom True-Crime-Hype. Und die große Frage der deutschen Literatur bleibt selbstverständlich nicht ungefragt: War Goethe ein Krimineller? So durchleuchten sie das Genre des Krimi bis in die tiefsten Poren, mit so ner Lampe, die direkt ins Gesicht des Genres, das kennen sie bestimmt, ist eine ausgebuffte Verhörmethode, sag ich ihnen. naja.

Unser original EBMD-Autor*innenpool hat wieder mal so viel durch die Farbbänder getackert, dass sich die Haare am Körper in die Senkrechte bewegen, nicht der Temperatur wegen, sondern eher so auf Suspense-Basis, glaub. Flankiert werden diese neuen Exklusivbeiträge von immer noch genießbaren Texten aus dem stetig sich erweiterndem EBMD-Archiv, denn auch schon früher wussten Menschen, wie man über Verbrechen respektive deren Aufklärung schreibt.

Halten Sie Augen und Ohren offen!
Ihr Pappy, der Redaktionspapgey


Die Texte

Die Autor:innen

Die Sprecher:innen

#0093 – Kunst (Gast: Hr.Knödel)

Atemberaubend! Überall Striche, jedes Barthaar ist erkennbar! Ganz, ganz wunderbar mein Herr. So oder so ähnlich klang es wohl des Öfteren in Albrecht Dürers Atelier am Albrecht-Dürer-Platz, wenn wieder rot besamtete Patrizier aufliefen, um dem jungen Altmeister eines seiner Werke unterm Hintern wegzukaufen. Kunst halt!

Und in genau diese Stiefel ziehen sich unsere beiden Radiokurator:innen Eisi (remote) und Meisi (on-site) an und stapfen los in die wirren der Kunstgeschichte, die ja bekanntlich so alt ist, wie der Traum vom fliegen, der ja seinerseits auch schon einige Lenze zählt. Da Herr Eisenbart mal wieder unpässlich ist, hat er uns ein Lexikon der Kumfstbegriffe erstellt, in das wir auch gerne mal hineinhören.

Frau Meisendraht indes hat sich im Schnelldurchlauf die gesamte westliche Kunstgeschichte in den Schlund gestopft und göbelt sie uns, einer Vogelmutter gleich,  ganz frisch-fröhlich in die Schnäbel. Das tut sie aber nicht alleine, denn zu zweit ist einfach besser: Herr Chillbert Knödel vom “Uhu-Ball-institut für zeitvergessene Knust” hat sich bereit erklärt, uns seine Expertise in Form von hinein geworfenen Kommentaren zur Verfügung zu stellen, was wir natürlich mit Handkuss annehmen, gefälligst.

Es soll also von der Steinzeit über die Antike bis hin in die Jetztzeit um alles gehen, was die Kunstgeschichte so hervorgebracht hat: Wehrkirchen, Individuen und Genies, Ohren und Brunnen spielen Rollen in dieser ziselierten Revue des Ausdrucks. Und am Ende definieren wir sogar den Kunstbegriff.

Natürlich wieder dabei: Die schillernden Texte unseres original EBMD-Autor:innenpools, die um uns in einem schwindelerregenden Reigen herumtanzen und unsere Herzen erfreuen. 

Prösterchen

Ihr Pappy, der Redaktionspapgey

Die Texte

Die Autor:innen

Die Sprecher:innen