Eisenbart und Meisendraht ist das Literaturvermittlungsmagazin für geschundene Seelen. Jeden Monat wird ein neues Thema von unserem Schriftsteller*innenpool beackert und hernach in Radiowellen (Z) transformiert, in den Pod geschmissen und hier im Internet kybernetisch in den space gepresst.
Diese Seite ist gut, denn sie bietet eine einwandfreie Möglichkeit, in allen Beiträgen herumzustöbern, die im Rahmen von EB&MD veröffentlicht worden sind.
Aktuelle Themen
Neue Textbeiträge
Jenny Schon: Manchmal habe ich Angst
Schütze mein Gesichtvor den Gedankender anderendie mit Zeitgeist spuckenkleben dir Zeitenwendeans Hemd das einTotenhemd wird Ungefragtnehmen sie deine Zeitund stecken sie indie Waschmaschineder Meinungsmacheherauskommtmainstreamsie sagendu bist einverstanden und schon schreibenHistoriker Bücher
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David Telgin: Kalt
Luxus purim Überflussdie Verschwendung Dekadenzunbegrenzt Nichts als Himmel Armutund Mangelverarmt Es wirdnicht warm Dunkle Wolkenwohin man schaut.
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Bastian Kienitz: Luxus II
Sie redenvon Luxus Ein Rentnersucht im Mülleimernach Flaschenpfand Sie redenvon Wohlstand Vor der Tafelfrieren Menschenin Warteschlangen Sie redenvon Luxus Die Preiseund Mieten steigen Die Gewinnewerden maximiert Der Luxustriumphiert.
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Bastian Kienitz: Zimmer in New York
er liest, sie klimpert lautlos Farben, siehtdie leisen Töne auf der Tastatures fühlt sich fast gelangweilt an und nurihr Herz schwingt nah am Flügel, denn es fliegt soweit das Auge reichen kann. er liestgebannt im Sonntagsblatt, schaut auf die Uhrund sagt beiläufig, sicher, yes and surewenn er die Grafiken der Börse sieht sie träumt sich seufz, er soll mich hier und jetztauf diesem Stuhl oder dem Tisch, zerfetztentweder schnell das Kleid, das Zeitungsblatt ich bin es leid, ich habe ihn so sattwenn er nicht gleich auf meinen Tasten spieltzumindest aufblickt und mein Kleid ansieht…
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Bastian Kienitz: SPIRITS THROUGH TIME IX
und suchst du mich in jenen Geistern wiederwirst du nichts finden außer Staub und Tonin meinem eigentlichen Für-Befindenzu sagen, was ich denke, ist nicht neu den Zeitgeist Heute klar zu definierender dich von einem Trend zum andern schicktdamit wir Mode gleich uns modisch fühlenund angekommen sind im Hier und Jetzt das ist im Grund der Herren eigner Geistsich Bild für Bild den Himmel schön zu redenum ewig Avantgarde EN VOGUE zu sein scheint Sucht nach mehr der Ware Kernproblemund jeder Blätterfall im Winterregendie Überhitzung, die zum Himmel steigt…
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Bastian kienitz: Totale
Totale. Schadenwo die Blechlawinensich durch denHimmel stoßenfällt der Lackrückwärts zurückauf die Straßevom ganzen Glanzrecht mitgenommen
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Matt S. Bakausky: Gucci Baby
Bar oder Karte? Ich zahle mit meiner pinkfarbenen Kreditkarte. Eine neue Handtasche von Gucci. Mein neues Baby. Ich liebe sie jetzt schon mehr als alles andere auf der Welt. Ich nenne sie Gabrielle. Meine kleine Gabrielle. Ist sie nicht putzig? Ich streichle sanft über ihre Haut. Kann es kaum erwarten sie zu Hause zu füttern. Mit Kajal und Lippenstift, Taschentücher und einem Portmonee. Ist die kleine nicht hungrig? Wie niedlich Gabrielle dort liegt in ihrer Krippe. Wie das kleine Jesus Baby. Ich liebe Gucci Handtaschen, sie sind meine Babies. Neben Gabrielle, gibt es Josefine, Sandra, Michaela, Hannelore und Petra. Mit...
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Andreas Prucker: Uou0
Oh Luxus,Wegen Dir verliere ich meine bisherige kulturelle Zugehörigkeit,um weiter am gesellschaftlichen Kulturkrampf teilnehmen zu können. Ja 10 Jahre Arbeit nun so auf 3 min. lesen komprimiert.Also ein verdichten der Zeit und auch der Kosten?????und alles nur, für meine eingebildete Arroganz,um neu, unsichtbar als Tourist auf diesem Planeten zu leben. . … und tschüss.
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Andreas Prucker: Luxus
Luxus.Eine Vision ist eine Mission und zur Zeit gibt es nur Vergangenheit als Mission.Etwa das Weltall mit Segelschiffe zu erobern, oder es lebe die Struktur der Autoindustrie.Alle Visionen sind luxuriöse ökonomische Bilder, die uns Wachstum versprechen sollen, für unsere Art zu leben.Eine Vision hierzu ist Jules Verne: Wie schießt man ein Projektil zum Mond. Alle in dieser Geschichte sind Feuer und Flamme über die Größe der Waffe, der Kanone die das möglich erscheinen lässt und schon arbeiten alle am gelingen dieser Mission. Diese Geschichte zeigt, wie sich alle, Politik, Akademien, Militär, Kunst und Betriebe daran beteiligen, um sich zu bereichern.Ob...
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David Telgin: Mein Kompliment
Dumein Kompliment Bei dirzu sein Mit dirmeine Zeitzu verbringen Dich lächelnzu sehen Deine Stimmezu hören Was könnteschöner sein?
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Christian Knieps: Heimwerkerliebe
ich traf sie im Baumarkt ein Spitzengerät mit Schwung und Schleifgarantie eine Schutzmarke einzigartig und wortgewandt mit ihrer scharfen Zunge schliff sie mich rund und lag glatt in meinen Händen | ich nahm sie mit nach Hause und bin bis heute verliebt in ihre Kurven
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Christian Knieps: Die Kunst, sich gemeint zu fühlen
Es ist eine meiner Eigenheiten, die man an sich selbst zunächst gar nicht als besonders empfindet, weil sie sich so nahtlos in den Alltag fügen wie ein falsch eingehängtes Kleidungsstück, das erst auffällt, wenn jemand es einem geradezurückt, nämlich meine ausgesprochene Fähigkeit, anderen Menschen mit präzise platzierten, aufrichtigen und niemals übertriebenen, sondern stets aus einer ehrlichen Beobachtung heraus formulierten Komplimenten eine Freude zu machen – sei es über die feine Art, wie jemand eine Jacke trägt, die von innen zu leuchten scheint, oder über den Klang einer Stimme, die sich wie warmer Honig durch den Tag zieht. Doch gerade diese...
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Margret Bernreuther: Der Fächer mit dem Pandabären
Jeden Morgen, wenn ich die Wohnung verlasse entdecke ich unten auf der Ablage bei den Briefkästen neue Figürchen oder andere Haushaltsgegenstände.Oft sind es kitschige aber nicht besonders hochwertige Porzellanfiguren. Manchmal ein Gewürzglasrondell. Gestern stand ein Kochbuch zur Anleitung für fettreduzierte Ernährung dort.All diese Gegenstände sind sehr bunt zusammengewürfelt. So war neulich auch mal ein aufwendig bestickter Fächer in einer mit Stoff bezogen Schachtel dort zu finden. Auf dem Fächer zwei Pandabären, die unter einem blühenden Kirschbaum spielen. Die Kiste mit goldenen und roten Stoff besponnen. Auf den ersten Blick, insgesamt ein hübsches Ding, aber trotzdem konnte die Verpackung und Gestaltung...
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Katrin Rauch: Warum Potemkin keine Romane hätte schreiben sollen
oder:lest mich als buch
und reißt mich in seiten
vielleicht bin ich auch gar nicht
manuel neuer Ich bin gekommen, um euch die Wahrheit zu sagen, die Wahrheit und nichts als die Wahrheit, die komplette, ungeschönte Wahrheit, lücken- und schonungslos, full disclosure, volle transparenz in my opinion to be honest. Es wird nichts vage und keine Antworten schuldig geblieben, keine Fragen offen gelassen sein und werden, kein Zweifel soll auf- … Ich bin gekommen und als offenes Buch will ich gehen, was sag‘ ich, als loser Stapel Zettel, Fetzen, Phrasen, Buchstaben. Ich werde mich komplett auseinandernehmen und ihr dürft mich nach Lust und...
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Felix Benjamin: Bohemian Rhapsody
Ich fahre mit meiner großen Schwester in ihrem Auto zur Videothek. Das ist aus zwei Gründen aufregend, denn zum einen sehe ich sie nicht mehr so oft, seit sie ausgezogen ist. Bei jedem Besuch hat sie eine andere Haarfarbe, raucht eine andere Zigarettenmarke und stellt meinen Eltern fast jedes Mal einen neuen Freund vor. Sie ist groß und cool und ich will groß und cool sein. Aufgeregt bin ich aber noch viel mehr, weil die Videothek ein magischer Ort ist, ein Tor zu anderen Welten. Ich habe einen Mitgliedsausweis und deshalb von der Videothek zum Geburtstag einen Gutschein für eine...
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David Telgin: Potemkinsche Dörfer
Nach außendie schöne Fassade Erfolgreichdie Täuschung Schmutzige GeschäfteScheinfirmen und Scheinkonten Sie verkaufendir den Misserfolgnoch als Erfolg Die Geschäftelaufen weiter.
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David Telgin: Nicht verstehen
Nicht wissen,was gemeint ist Böhmische DörferLandschaft voller Fragen Nichtein Wort Schade,aber morgenhöre ich das Gras sprechen.
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