Eisenbart und Meisendraht ist das Literaturvermittlungsmagazin für geschundene Seelen. Jeden Monat wird ein neues Thema von unserem Schriftsteller*innenpool beackert und hernach in Radiowellen (Z) transformiert, in den Pod geschmissen und hier im Internet kybernetisch in den space gepresst.
Diese Seite ist gut, denn sie bietet eine einwandfreie Möglichkeit, in allen Beiträgen herumzustöbern, die im Rahmen von EB&MD veröffentlicht worden sind.
Aktuelle Themen
Neue Textbeiträge
Bastian Kienitz: 7000 Eichen
Flu wie fluide Mauern, die durchbrechenden Stadtpark in zwei Hälften: Raum und Zeitdas Wachstum in den Mittelpunkt zu rückenich denke an Natur und fühl mich frei den Baum als erstes in mein Herz zu schließenklopft tropfend Regen durch den Blätterwaldund Wundersamen: Worte, die mir fehlen!wenn alles Naturell natürlich bleibt es war einmal ein Flügel, der jetzt krachtbis er die Flügel FLUXUS wiederfindetTon wird geschliffen, bis dort nichts mehr ist als Staub, Flut und Gezeiten in der Kunstsich selbst entfesselt weiter zu bewegen:ein Satz führt dieses Haiku ins Gebet…
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Andreas Prucker: Luxus oder Fluxus
Bodega = bin oft dumm ein großer Arsch.Ich muss ja nur noch mich ernähren.Oh Mensch und Gewalt, im Index deiner Gefühle.Trägst nun High Heels für Statuserweiterungenund bist befreiter vom evolutionären Programm.Nur dein Schubladendenken raubt dir dieses freie sein,da wir uns ja alle selbst darin sprachlich bewusst hinein zwängen,wie man als Mensch mit Luxusproblemen zu sein hat.Sozial diffamierend und in Spenden Gewalt kaschierend.Was man an humaner Selbsternährung halt so braucht.Ich habe jetzt ein Punkt für ein genaues auftreten erreichtund politisch geistig glaube ich falsch gewählt,königliches fatalistisches rettet mich.Doch leider.Bin oft dumm ein großer Arsch.
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Jasper Nicolaisen: Grönland
Ich bekräftige meinen anspruchauf grönlanddie bergeden schneedie sprachedie schlecht gelaunten einwohnerden brennenden himmelam morgendie lageauf dem wegvon beinahe überallnach so gut wie nirgendsdas trotzige verschwindenbjörkdie heißen quellenfünfzig poetenauf hunderttausend einwohnerdie fleischklößchen im möbelhausich beanspruche es sehrich bin die seltenste aller erdenich lege mich überall hinich entdecke auf langbooten amerikaich exportiere töpferwarenbis nach indienich habe die höchste depressionsrate der weltich habe einen eigenen tangogrönland grönlandüber allesüber alles in der weltblüh im glanze meines glückeskleines grönlandich verlange nicht vielnur einen der unwichtigeren nobelpreisevielleicht medizinich bin ein passabler herzchirurgoder wirtschaftcome onkönigliche akademievon grönland *atombombengeräusche* https://archive.org/details/j-nicolaisen-gronland
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Katrin Rauch: Im Tunnel, an der Tafel, auf zwei Stühlen, die einzigen Gäste.
Ein kleines Stück gewölbter Tunnel, kaum dreißig Meter lang, kaum vier Meter breit, kopfsteinern gepflastert, erstreckt sich im schummrigen, warmen Licht beklebter Leuchtstofflampen. Hie und da bahnt sich Gras durch die harten Flächen, so auch neben einem von vier Tischbeinen einer langen Tafel, bald sechs Meter lang, bald zwei Meter breit, mitten im Raum wie sorgfältig platziert, ein enormer Tisch aus massivem Holz, schlichte Stühle, einfach, bescheiden, zu wenige für die viele Fläche, zu viele für die wenigen Gäste, als Rahmen, nur zwei darunter besetzt, einander zugewandt.Ein weiter Raum geknüpfter Gefühle, bald drei Dekaden lang, bald ein Leben breit, schaf-...
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Jenny Schon: Manchmal habe ich Angst
Schütze mein Gesichtvor den Gedankender anderendie mit Zeitgeist spuckenkleben dir Zeitenwendeans Hemd das einTotenhemd wird Ungefragtnehmen sie deine Zeitund stecken sie indie Waschmaschineder Meinungsmacheherauskommtmainstreamsie sagendu bist einverstanden und schon schreibenHistoriker Bücher
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David Telgin: Kalt
Luxus purim Überflussdie Verschwendung Dekadenzunbegrenzt Nichts als Himmel Armutund Mangelverarmt Es wirdnicht warm Dunkle Wolkenwohin man schaut.
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David Telgin: Luxus II
Sie redenvon Luxus Ein Rentnersucht im Mülleimernach Flaschenpfand Sie redenvon Wohlstand Vor der Tafelfrieren Menschenin Warteschlangen Sie redenvon Luxus Die Preiseund Mieten steigen Die Gewinnewerden maximiert Der Luxustriumphiert.
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Bastian Kienitz: Zimmer in New York
er liest, sie klimpert lautlos Farben, siehtdie leisen Töne auf der Tastatures fühlt sich fast gelangweilt an und nurihr Herz schwingt nah am Flügel, denn es fliegt soweit das Auge reichen kann. er liestgebannt im Sonntagsblatt, schaut auf die Uhrund sagt beiläufig, sicher, yes and surewenn er die Grafiken der Börse sieht sie träumt sich seufz, er soll mich hier und jetztauf diesem Stuhl oder dem Tisch, zerfetztentweder schnell das Kleid, das Zeitungsblatt ich bin es leid, ich habe ihn so sattwenn er nicht gleich auf meinen Tasten spieltzumindest aufblickt und mein Kleid ansieht…
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Bastian Kienitz: SPIRITS THROUGH TIME IX
und suchst du mich in jenen Geistern wiederwirst du nichts finden außer Staub und Tonin meinem eigentlichen Für-Befindenzu sagen, was ich denke, ist nicht neu den Zeitgeist Heute klar zu definierender dich von einem Trend zum andern schicktdamit wir Mode gleich uns modisch fühlenund angekommen sind im Hier und Jetzt das ist im Grund der Herren eigner Geistsich Bild für Bild den Himmel schön zu redenum ewig Avantgarde EN VOGUE zu sein scheint Sucht nach mehr der Ware Kernproblemund jeder Blätterfall im Winterregendie Überhitzung, die zum Himmel steigt…
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Bastian Kienitz: Totale
Totale. Schadenwo die Blechlawinensich durch denHimmel stoßenfällt der Lackrückwärts zurückauf die Straßevom ganzen Glanzrecht mitgenommen
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Matt S. Bakausky: Gucci Baby
Bar oder Karte? Ich zahle mit meiner pinkfarbenen Kreditkarte. Eine neue Handtasche von Gucci. Mein neues Baby. Ich liebe sie jetzt schon mehr als alles andere auf der Welt. Ich nenne sie Gabrielle. Meine kleine Gabrielle. Ist sie nicht putzig? Ich streichle sanft über ihre Haut. Kann es kaum erwarten sie zu Hause zu füttern. Mit Kajal und Lippenstift, Taschentücher und einem Portmonee. Ist die kleine nicht hungrig? Wie niedlich Gabrielle dort liegt in ihrer Krippe. Wie das kleine Jesus Baby. Ich liebe Gucci Handtaschen, sie sind meine Babies. Neben Gabrielle, gibt es Josefine, Sandra, Michaela, Hannelore und Petra. Mit...
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Andreas Prucker: Uou0
Oh Luxus,Wegen Dir verliere ich meine bisherige kulturelle Zugehörigkeit,um weiter am gesellschaftlichen Kulturkrampf teilnehmen zu können. Ja 10 Jahre Arbeit nun so auf 3 min. lesen komprimiert.Also ein verdichten der Zeit und auch der Kosten?????und alles nur, für meine eingebildete Arroganz,um neu, unsichtbar als Tourist auf diesem Planeten zu leben. . … und tschüss.
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Andreas Prucker: Luxus
Luxus.Eine Vision ist eine Mission und zur Zeit gibt es nur Vergangenheit als Mission.Etwa das Weltall mit Segelschiffe zu erobern, oder es lebe die Struktur der Autoindustrie.Alle Visionen sind luxuriöse ökonomische Bilder, die uns Wachstum versprechen sollen, für unsere Art zu leben.Eine Vision hierzu ist Jules Verne: Wie schießt man ein Projektil zum Mond. Alle in dieser Geschichte sind Feuer und Flamme über die Größe der Waffe, der Kanone die das möglich erscheinen lässt und schon arbeiten alle am gelingen dieser Mission. Diese Geschichte zeigt, wie sich alle, Politik, Akademien, Militär, Kunst und Betriebe daran beteiligen, um sich zu bereichern.Ob...
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David Telgin: Mein Kompliment
Dumein Kompliment Bei dirzu sein Mit dirmeine Zeitzu verbringen Dich lächelnzu sehen Deine Stimmezu hören Was könnteschöner sein?
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Christian Knieps: Heimwerkerliebe
ich traf sie im Baumarkt ein Spitzengerät mit Schwung und Schleifgarantie eine Schutzmarke einzigartig und wortgewandt mit ihrer scharfen Zunge schliff sie mich rund und lag glatt in meinen Händen | ich nahm sie mit nach Hause und bin bis heute verliebt in ihre Kurven
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Christian Knieps: Die Kunst, sich gemeint zu fühlen
Es ist eine meiner Eigenheiten, die man an sich selbst zunächst gar nicht als besonders empfindet, weil sie sich so nahtlos in den Alltag fügen wie ein falsch eingehängtes Kleidungsstück, das erst auffällt, wenn jemand es einem geradezurückt, nämlich meine ausgesprochene Fähigkeit, anderen Menschen mit präzise platzierten, aufrichtigen und niemals übertriebenen, sondern stets aus einer ehrlichen Beobachtung heraus formulierten Komplimenten eine Freude zu machen – sei es über die feine Art, wie jemand eine Jacke trägt, die von innen zu leuchten scheint, oder über den Klang einer Stimme, die sich wie warmer Honig durch den Tag zieht. Doch gerade diese...
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Theobald Fuchs: Pünktlich am Kipppunkt
Herr Z. ist ein beherrschter Mensch. Doch wie jeder beherrschte Mensch, gibt es irgendwo innen in Herrn Z. drinnen eine Grenze, wo dann der Spaß ein Loch bekommt. Es gibt ja nicht nur bei Klima auf dem Planeten als ganzem, sondern auch in jedem partikelhaften Kleinstindividuum einen Kipppunkt – oder gerne auch mehrere -, auf dessen anderer Seite, am anderen Ende der Wippe, jenseits des Gebirgsgrates sich nichts wieder gut machen lässt. Nichts. Egal wie, selbst für den Menschen mit dem stärksten Willen der Welt keine Chance, das rückgängig zu machen. Das, was gekippt ist, ist gekippt, there is no...
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Mina Reischer: Du spielst wie du willst
Die fünf Menschen, die man…Die fünf Menschen, die einem im Himmel begegnen. Do what is evil.Do all evil.And commit many sins. But do not do evil to me. Das geht nicht. Do not make me do evil to myself.Or I will revenche myself for it, cruelly. Du singst halt falsch.Ich kann den Text halt nicht. Good boy.Good girl. Maybe we have to catch the driver. I am on a very strikt energy diet.I could be dazzled, feel like love or joy or peace or kindness.I don’t want it.I don’t even want it.Willst Du noch mehr ungesund?Ich hab noch mehr Süßigkeiten.Ich...
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Margret Bernreuther: Der Fächer mit dem Pandabären
Jeden Morgen, wenn ich die Wohnung verlasse entdecke ich unten auf der Ablage bei den Briefkästen neue Figürchen oder andere Haushaltsgegenstände.Oft sind es kitschige aber nicht besonders hochwertige Porzellanfiguren. Manchmal ein Gewürzglasrondell. Gestern stand ein Kochbuch zur Anleitung für fettreduzierte Ernährung dort.All diese Gegenstände sind sehr bunt zusammengewürfelt. So war neulich auch mal ein aufwendig bestickter Fächer in einer mit Stoff bezogen Schachtel dort zu finden. Auf dem Fächer zwei Pandabären, die unter einem blühenden Kirschbaum spielen. Die Kiste mit goldenen und roten Stoff besponnen. Auf den ersten Blick, insgesamt ein hübsches Ding, aber trotzdem konnte die Verpackung und Gestaltung...
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Katrin Rauch: Warum Potemkin keine Romane hätte schreiben sollen
oder:lest mich als buch
und reißt mich in seiten
vielleicht bin ich auch gar nicht
manuel neuer Ich bin gekommen, um euch die Wahrheit zu sagen, die Wahrheit und nichts als die Wahrheit, die komplette, ungeschönte Wahrheit, lücken- und schonungslos, full disclosure, volle transparenz in my opinion to be honest. Es wird nichts vage und keine Antworten schuldig geblieben, keine Fragen offen gelassen sein und werden, kein Zweifel soll auf- … Ich bin gekommen und als offenes Buch will ich gehen, was sag‘ ich, als loser Stapel Zettel, Fetzen, Phrasen, Buchstaben. Ich werde mich komplett auseinandernehmen und ihr dürft mich nach Lust und...
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