Eisenbart und Meisendraht ist das Literaturvermittlungsmagazin für geschundene Seelen. Jeden Monat wird ein neues Thema von unserem Schriftsteller*innenpool beackert und hernach in Radiowellen (Z) transformiert, in den Pod geschmissen und hier im Internet kybernetisch in den space gepresst.
Diese Seite ist gut, denn sie bietet eine einwandfreie Möglichkeit, in allen Beiträgen herumzustöbern, die im Rahmen von EB&MD veröffentlicht worden sind.
Aktuelle Themen
Neue Textbeiträge
David Telgin: Buchstabensuppe
Suppemit Buchstaben Ein Zeichenfehlt für mich Ich suche,stochere In der Brüheschwappt keine Antwort.
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David Telgin: Versalzen
Versalzenungenießbar Zahlenim Minusbereich Kostenexplodieren In meiner Tascheschwindet das Geld Meine Hoseist zerschlissen.
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Christian Knieps: Ursuppe
vor dem wortwar das wur vor dem wurwar das ur und im urwar das suppnicht suppenur suppein bluppein schlappein sch dann:ploppein eiim neinein jaim schleimes zelltees teiltees eiltees weilte und plötzlichhatte etwaseinen randund hinter dem randstand einerund sagte:ich und das urdas suppdas bluppdas ganze altewarmgewesenesah hochund dachteoh neinschon wieder einer
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Christian Knieps: Es ist (nur) noch Suppe da
Der Brückentag hatte das Büro in eine eigentümliche Zwischenwelt verwandelt, in der weder gearbeitet noch wirklich frei gemacht wurde, sondern einige wenige Aufrechte ihre Anwesenheit durch geöffnete Tabellen und demonstrativ langsames Tippen rechtfertigten, während die Infrastruktur des Unternehmens bereits vollständig vor dem freien Vortag kapituliert hatte. Als Marco gegen halb eins mit jener kultivierten Gelassenheit, die er sich über Jahre aus Espresso, Hemden ohne sichtbare Marken und bewusstem Abstand zu allem entwickelt hatte, was nach einem Snack klang, zur Kantine ging, erwartete ihn ein Schild, dessen Tonfall beleidigend freundlich darauf hinwies, dass wegen des Brückentags geschlossen sei. Die zweite Kantine...
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Benjamin Weissinger: Suppe in der Nacht
Warum bist du dieSuppe in der Nacht.Wer hat dein schwarzes Wasserzum Leuchten gebracht.Ich bin die Gabelund du bist das Meer.Mein Kopf ist voll undmein Bauch ist leer.Du bist der Duft,Du bist der Gerechte.Topf der Suppen,Topf der Nächte See-Elefant äöäöäh
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Andreas Dietz: Einfalt am Waldesrand
Das Zirpen und das Tirilieren,das Unkenrufen und das Quaken,das Summen und das Musizieren,das Hoppeln und das Hakenschlagen.Am Waldesrande die verzücktenGesichter, diese ganz entrückten. Das Balzen und das aggressive,mit voller Inbrunst das Markierenvon Jagdrevieren und die tiefe,die Todesangst von Beutetieren.Am Waldesrande die bedrücktenGesichter, diese ganz missglückten.
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Andreas Prucker: Ein Rezept für das Leben
Ein Rezept für das Leben.So anstrengend es war, dies auch herzustellen,wird es doch leider ganz schnell verspeist.Wer es aß konnte nicht so recht sagen, was dies war.Der Geschmack kam erst später.Doch ab da gab es kein Leben mehr.Alles schon weg gegessenund das Rezept war vergessen.Derjenige der dies zubereitetekam aus der Zukunftund verschwand darin wiederals neue Gegenwartin ein für si
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Andreas Dietz: Auf dem Teller die Suppe
Nudeln fand er auf dem Teller,Möhrchen auch und grüne Schoten.Manches wurde aufgeboten.Langsam aß er und dann schneller. Mit dem Löffel angehoben,aufgeschöpft die Schweinebrocken,rausgefischt die Eierflocken.Und die Nudeln schwammen oben. Augen schauten mit viel Müheetwas trüb, sie sind vom Esser.And're Augen schauten besser,nämlich glänzend aus der Brühe.
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FD: Erlkönig
Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?Es ist die Mutter mit ihrem Kind;Sie hat den Knaben wohl in dem Arm,sie fasst ihn sicher, sie hält ihn warm. Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?Siehst, Mutter, du den Erlkönig nicht?Mein Sohn, zeig an, wo lockt er dir?Dort hinter'm Baum, gleich hier. „Du liebes Kind, komm geh mit mir!Gar schöne Spiele spiel' ich mit dir;Manch bunte Blumen sind an dem Strand,Meine Mutter hat manch gülden Gewand.“ Meine Mutter, meine Mutter, hörest du nicht?Was Erlenkönig mir leise verspricht?Ich hör's, der hat wohl nicht mehr alle;Schau, wie ich ihm eine knalle!...
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Ferenc Liebig: Die Sprossen einer Leiter
Existieren, das ist mutig in der heutigen Zeit, existieren, ohne die Augen zu verschließen, das könne nicht jeder, die meisten schaffen das nicht, die, die es nicht schaffen, versuchen sich abzulenken, in der Ablenkung geschieht das Nichtexistieren. Ein befreundeter Dichter sagte, ich hätte gerne einen Körper aus Buchstaben. Ich fragte ihn, ob er bestimmte Buchstaben bevorzuge. Natürlich, A,T, C und G. It’s in my DNA. Er überschlug sich vor Lachen. Das wäre so gut. Das müsse er aufschreiben. TAG C. CAT G. Er fabrizierte neue Wörter. Ich sagte, er sehe so glücklich aus. Ich fragte, ob ich ihm einen Spiegel...
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David Telgin: Wald sein
Wald sein Atmenund wachsen Wald sein Sich aufbäumenund frei sein Wald sein Und sonst nichts.
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David Telgin: Waldlunge
Für jeden Steinein Baum Bald wächstein Wald Für jede Lungeatmet der Wald.
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David Telgin: Kahlschläge
Zerstörte Landschaftübersät von Kahlschlägenund Kraternarben Hier wareinmal der Wald Baumstümpfe und Reste,totes Gestrüpp Traurigkeit,die in mir wächst Hier wareinmal ein Wald Die letzten Bäume In den Wipfelnblättert der Tod.
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David Telgin: Innenwald
Im Waldunter Bäumen,komme ichmir selbst entgegen Mein Rückenist grün bemoost Überwuchertvon Farngewächsen In den Wipfelnrascheln die Blätter Ich dufte nach Harzund Nadeln Wilde Himbeerenwachsen in mir Ein Spechtklopft an meinen Bauch Ich atme Wald.
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Carsten Stephan: Ich bin der Wald
Ich bin der Wald,Ich bin verkalkt. Ich hege den Fuchswurm,Ich hege den Zeck,Ich schütze den Räuber,Ich schütze die Hex. Ich werfe mit Ästen,Ich warte voll Arg,Ich blak in der Stube,Ich bau euch den Sarg. Ich spreche in Versen,Ich schweige nie still,Darum, ihr Menschen,Rodet mich schnell!
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Christian Knieps: Der weiße Hirsch
In einer Nacht ohne Mond, in der der Himmel wie ein verschlossenes Auge über den Hügeln lag und selbst die Sterne sich zurückgezogen zu haben schienen, stand der Junge am Rand des Waldes, noch zu jung, um seine Furcht zu benennen, aber bereits alt genug, um zu spüren, dass das Schweigen um ihn herum nicht leer war, sondern wartend, gespannt und mit einer Bedeutung aufgeladen, die sich ihm erst später vollständig erschließen würde.Der Wald, der ihm tagsüber vertraut gewesen war wie ein grob gewebter Mantel aus Moos, Rinde und Vogelrufen, hatte sich verwandelt in einen atmenden Körper, dessen Herzschlag er...
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Carsten Stephan: Gespräch im Herbstwald
„Sieh, mein Liebster, all die Bäume,Die im Sonnenlicht erstrahlen.Einzig um der Schönheit willenTaten sie sich bunt bemalen. Ach, die Welt ist voller Zauber!“ „Meine Kleine, hier weicht StickstoffNur zurück in Stamm und Äste.Und es bleiben Farbpigmente,Dass sich keine Laus dran mäste. Darin liegt ja gar kein Zauber.“ „Aber sieh doch, all die Blätter,Die im Winde niederschweben.Einzig um der Schönheit willenHaben sie sich hingegeben. Doch, die Welt ist voller Zauber!“ „Blätter fallen nur im Herbste,Weil der Boden bald gefroren.Sie verdunsten sehr viel Wasser,Und der Baum müsste verdorren. Darin liegt ja auch kein Zauber.“ „Aber hör doch, all die Vögel,Die ein letztes Mal noch singen.Einzig um...
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Andreas Prucker: Wald
April, April. Schon verstecke ich die Eier im Wald.Wer bin ich und Warum?Der Soldatenosterhase als neuer Kanzler und bewertungstechnisch bin ich nur noch im politischenWald für neue Armut, wie für Euch bestellt.Ja Bitteschön und Dankeschön.Seien Sie herzlichst dafür eingestellt, dass wir kein schwimmen in Bäder mehr ermöglichen,da wir es bevorzugen ein wildes Seebaden zu erlauben, was uns Wahlerfolge garantieren wird,da ja neuerdings Gehirn fressende Amöben als Klimawandel-Beigabe im Wasser,hier dies unerwartete Wahlhelfertum nutzvoll einsetzen werden.Sehen Sie mich als ein neuen politischen Systemsprenger an,der im psychopathischen Verhalten seine Grundkenntnisse erworben hat,um hier im Parteien-bürokratischen Wald Dinge so zu gestalten,dass wir alle...
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David Telgin: Unglück
Unfallverunfallt Der FallDie Akte Ungelöst Zu den Aktengelegt.
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David Telgin: Sturz
Der kleine Finger Ganz blau,verbogen Nach dem Sturzauf dem kalten Asphalt Für Sekundennicht mehr da Ein Rissin mir Dann benommenund taumelnd Das Gesichtschmerzverzerrt Der kleine Fingerganz blau.
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