Andreas Dietz: Einfalt am Waldesrand

Das Zirpen und das Tirilieren,
das Unkenrufen und das Quaken,
das Summen und das Musizieren,
das Hoppeln und das Hakenschlagen.
Am Waldesrande die verzückten
Gesichter, diese ganz entrückten.

Das Balzen und das aggressive,
mit voller Inbrunst das Markieren
von Jagdrevieren und die tiefe,
die Todesangst von Beutetieren.
Am Waldesrande die bedrückten
Gesichter, diese ganz missglückten.

Andreas Prucker: Ein Rezept für das Leben

Ein Rezept für das Leben.
So anstrengend es war, dies auch herzustellen,
wird es doch leider ganz schnell verspeist.
Wer es aß konnte nicht so recht sagen, was dies war.
Der Geschmack kam erst später.
Doch ab da gab es kein Leben mehr.
Alles schon weg gegessen
und das Rezept war vergessen.
Derjenige der dies zubereitete
kam aus der Zukunft
und verschwand darin wieder
als neue Gegenwart
in ein für si

Andreas Dietz: Auf dem Teller die Suppe

Nudeln fand er auf dem Teller,
Möhrchen auch und grüne Schoten.
Manches wurde aufgeboten.
Langsam aß er und dann schneller.

Mit dem Löffel angehoben,
aufgeschöpft die Schweinebrocken,
rausgefischt die Eierflocken.
Und die Nudeln schwammen oben.

Augen schauten mit viel Mühe
etwas trüb, sie sind vom Esser.
And’re Augen schauten besser,
nämlich glänzend aus der Brühe.