im Endstadium einer
chronischen Energie
verschwendung
in der das System
(sagen wir du)
komplett aus der
Fassung gerät
staubtrocken
heizt sich das Klima auf
Das Magazin für Eigenart
im Endstadium einer
chronischen Energie
verschwendung
in der das System
(sagen wir du)
komplett aus der
Fassung gerät
staubtrocken
heizt sich das Klima auf
Novalisoulipo
Wenn nicht mehr Qualen und Glasuren
Sind Schüssel aller Partituren,
Wenn die, so singen oder küssen,
Mehr als die Tadelnswerten wissen,
Wenn sich das Zelt in freie Reben
Und in das Zelt wird zurückbegeben,
Wenn dann sich wieder Pflicht und Ratten
Zu echter Wahrheit werden gatten
Und man in Härchen und Gerichten
Erkennt die ew’gen Spukgeschichten,
Dann fliegt vor Einem geheimen Hort
Der ganze verkehrte Besen fort.
Dreigroschenoulipo
Und der Halo, der heischt Zähren
Und die trenzt er im Gesims
Und Madam, die heischt ’ne Meste
Doch die Meste siezt man nicht.
Ach, es soggt der Halo Flöze
Rund, wenn dieser Bob vergipst
Magda Meste tränzt ’nen Hangar
Drauf man keine Unze löst.
An des Thorax gschupfter Watsche
Laden poco Lieken um
Es jappt weder Pferch noch Cordula
Doch es hievt: Magda münzt um.
An ’nem schrohen brachen Sorgho
Lockt ein tumber Mansch am Streb
Und ein Mol girrt um die Eder
Dass man Magda Meste nippt.
Und Schnat Meinolf blökt versotten
Und so mancher reife Mansch
Und sein Gest heischt Magda Meste
Der man nichts bewurzeln kann.
Jochem Trafik watscht’ gehenkelt
Mit ’ner Meste in der Brut
Und am Kalb girrt Magda Meste
Die von allem nichts gezwirnt.
Wo jappt Amin gleich, das Fuzerl?
Koppt es je am Spangenschuh?
Wer es immer wricken könnte
Magda Meste welkt es nicht.
Und der grüne Fiat in Solveig
Sieben Kirben und ein Griebs
In der Merle Magda Meste, der
Man nichts franzt, und die nichts welkt.
Und der ministrable Wocken
Dessen Nandu jeder welkt
Wölkte auf und watscht’ geschliffen
Magda welches watscht’ dein Propst?
Mein geliebtes Chaos
wärst du
doch bloß
nicht so groß
Dann müsste
ich nicht suchen
Und würde
meine Sachen finden
Mein geliebtes Chaos
du wirst
jetzt verschwinden
Denn ich
ordne und räume
in allen Ecken auf.
Wo ist
mein Hemd?
Wo
meine Tasche?
Im Chaos
kann ich
nichts finden
Wo ist
mein Schlüssel?
Wo
meine Uhr?
Wie entkomme
ich diesem
Chaos nur?
trachte verschwenderisch nach ueberopulenten & -kandidelten trachtenpersiflagen,
auf dass diese deine dann pseudotrachten explizit nach einer dich auszerordentlich schmerzhaft vertrimmenden tracht pruegel trachteten, da du die bestehenden ordnungen kategorisch erstarrter konservativer trachtenvereine gezielt in neumodische un- & umordnungen hinein zu stuerzen suchst … eine frage, also, der blickwinkel, der weltanschauungen & perspektiven: der einen freud, der andren leid – wandel kontra bestaendigkeit. & waeren wir dem i-ging naeher als dem blanken faschismus unsrer scheinheiligen, verlogenen bibeln & vermeintlich in granit gemeiszelten, in ihren hoechst ambivalenten umsetzungen elitaere blasen behuetenden & die relativ armen mehr & mehr zermalmenden scheiszgesetze, wuerden uns – dem salz der erde …? – ganz flugs mal hier die steine von den augen rollen & wir saehen klarer, unablaessig uns veraendernd, die metamorphosen des chaos, deren inkonsistente schaumspitzen wir auch sogleich schon bildeten.
Als ich mit dem Blick flüchtig von meinem Rad auf den Boden traf,
entdeckte ich verzückt ein einsames gepinseltes Herz. Unter seiner
blutroten Schicht schimmerte tiefer, klebschwarzer Teer. Wohl ein
kreativer Geist zauberte dieses unerwartete Liebessymbol auf die
trostlosen schmutzigen Teerflecken. Von Kopf wie Fuß auswärts,
strichen noch Tropfen des damals heißen Teeres auf einem kurzen
Weg. Blutrote wie tiefschwarze Fahrradspuren verliefen
geradedurch Richtung Nord und Süd – von frischer Farbe.
Plötzlich fiel mir die Ordnung in unserem Herzen ein.
Frische Verletzungen im Herzen. Aber auch frische Liebesfreuden
senkrecht durchs Herz. Verteilt in unserem Körper, Geist wie Seele.
Diese Spuren bescheren uns Unordnung, alles ist
durcheinandergewirbelt, sobald das Herz liebt oder schmerzt. Doch
manchmal braucht es diese Wirbel um wieder eine Grundordnung zu
bekommen.
Wie sagt man doch so schön: „Du hast in meinem Herzen Spuren
hinterlassen.“
Nun liegt es an dir selbst, was macht man mit diesem Durcheinander?
Ignorieren oder daraus Lernen, Genießen und dankbar Sein?
Letztendlich bestimmt es jeder für sich selbst. Sobald du diese
frischen Spuren im Herzen spürst, lebst du. Es ist so gesehen das
sicherste Zeichen, dass du am Leben bist. (Wenn man den Herzschlag
und die Atmung ausklammert.) Jeder nimmt diese (Un-) Ordnung auf
eigene subtile Weise wahr. Es ist ein Geschenk des Universums an
das Leben. Auch wenn es sehr scharf stechen wie tief schmerzen
kann – es hört irgendwann auf wehzutun. Alles geht vorbei.
Es ordnet sich im Leben alles zu seiner Zeit. Den Zeitpunkt
bestimmen dabei nicht wir. Doch können wir es uns so erträglich wie
möglich gestalten. Wir verbringen zum Beispiel jeden Tag Zeit damit,
Ordnung in unser Haar zu bringen.
Nur wie sieht es mit unserem Herzen aus?
In diesem Moment begebe ich mich als „stiller Beobachter“ an die
Spitze des zerfahrenen Herzens. Demütig betrachtend. Es ist so
wichtig, langfristig darin Ordnung zu haben, um ganz einfach
„glücklich“ zu sein. Es bestimmt, wie du dich fühlst und somit wie du
lebst. Wie du liebst. Ob du lachst? Wie achtsam sind wir mit dem
Gleichgewicht zwischen Unordnung und Ordnung in unserer
Gefühlshochburg? Deine innere Harmonie ist aufgeräumt, wenn du im
wahrsten Sinne des Wortes mit deinem Herzschlag lebst und liebst.
Ein hilfreicher praktischer Kompass ist nur dein Eigenes ebenso wie
einmalig. Jederzeit verfügbar und immer ehrlich.
Es ist dein Bauchgefühl, deine Intuition. Gleich ob du dich
entscheiden willst, wer für dich gut ist oder wer dir eher schadet
und Energie raubt. Dein Bauchgefühl ist dein Geschenk seit deiner
Geburt und solange du lebst. Nutze es, niemals wird es dich verraten.
Das Leben ist ein Geschenk mit all seinen Facetten. Seien es
Teerspitzenflecken, rundrote Liebesreifenspuren oder tiefgraue
Gefühlsabdrücke. Alles hat seinen Sinn in der Ordnung wie
Unordnung. Wir nehmen – wohl auch ziehen wir – mit unserem Herzen
an, wie ein Magnet. Schließlich setzt der Bauch ein. Du kommst ins
Handeln und hörst auf dich selbst. Dann wird alles gut und wenn es
noch nicht gut ist, bist du noch nicht an deinem Ankerplatz im Hafen
deines Lebens angekommen.
in den Wurzeln der Palme
überwintern wir
mit dem Kopf
hydrophob
zwischen Luftblasen
und einem
Paradies das nach
Abholzung schmeckt
lass uns träumen
bis ihnen der Atem ausgeht
Hot Standby Datenanalyse Querformat im Dunkeln
ausgelesen wirkt deine Textur wie eine Raubkopie
aus Licht | Quadraten und dem Schein den du nach
außen präsentierst. dein kostbares Innen. Bewahre
„Ordnung ist das halbe Leben!“
Junge, wie ich diesen Spruch hasse. Ich weiß gar nicht mehr, ob das Mama war oder Papa, aber diesen Spruch bekam ich früher ständig zu hören. Meganervig. Was ich am meisten daran hasse? Auf der einen Seite, dass er stimmt. Man spart wirklich wahnsinnig viel Zeit, wenn man immer weiß, wo was liegt. Auf der anderen Seite frage ich mich seit meiner Kindheit, woraus denn nun aber die andere Hälfte des Lebens besteht, wenn Ordnung als solche einfach mal 50% einnimmt. Aus Steuern? Bonbons? Oder am Ende ganz profan: aus Unordnung?
Ordnung ist praktisch. Sie spart allerdings nur dann Zeit, wenn man sie konsequent anwendet, „konsequent“ being the operative word. Denn wenn man – wie ich – eher zur Unordnung neigt und irgendwann ausnahmsweise mal etwas vernünftig und ordentlich wegsortiert, dann aber vergisst, dass man zur Abwechslung mal ordentlich war, tja, dann ist die Ordnung vollkommen unnütz. Wie oft mir das schon passiert ist, vermag ich gar nicht zu sagen, denn ich bin, richtig, sehr unordentlich.
Ich betreibe Ordnung auf andere Art. Ich sortiere lieber meine Gedanken als meine Gegenstände, und wenn sie sortiert sind, schreibe ich sie auf, das funktioniert eigentlich ganz gut. Auch bei Serien ist mir Ordnung wichtig. Ich kann Serien nicht so gut bei Folge zwei oder drei anfangen. Eigentlich ist das ja wurst, weil man fast immer super auch später in Serien einsteigen kann, die Drehbücher sind ja oft absichtlich so geschrieben, aber ich mag das einfach nicht. Das muss schon seine Ordnung haben. Einmal bin ich bei Staffel zwei einer Serie eingestiegen, die mein Freund schon kannte. Ich konnte die Serie aber erst wirklich genießen, als ich unabhängig von meinem Freund die erste Staffel nachgestreamt hatte. Bei so einem banalen Mist ist Ordnung auf einmal relevant, bei meiner Steuer und den gesammelten Belegen scheiß ich drauf.
Als Teenager stieß ich irgendwann auf den sogenannten „Sponti-Spruch“ „Wer aufräumt, ist nur zu faul zum Suchen“ und so hielt ich es mein Leben lang. Hab es ohne größere Zwischenfälle bis zur 50 geschafft.
Ich mag Ordnung als Konzept. Ich liebe auch Symmetrie. Sehr. Aber Asymmetrie liebe ich genau so. Allerdings nur, wenn sie ordentlich umgesetzt wird. Auch die Asymmetrie hat einer gewissen Logik zu folgen, damit man merkt, dass man es hier mit Asymmetrie zu tun hat und nicht mit irgendeinem Zufallsprinzip. Aleatorische Anordnungen machen mich verrückt, die mag ich nicht. Die erfordern zu viel Aufmerksamkeit. Zu viel Denkleistung, die vorausgesetzt wird. Asymmetrien sind als solche offensichtlich, bei Randomness versucht man instinktiv erst mal eine gewisse Ordnung darin zu finden. Selbst wenn es nur ein oder zwei Sekunden sind, die man vergeudet, diese Sekunden sind weg und über eine Zeit von fünfzig Jahren läppert sich das. In Summe zu viel verschwendete Gehirnkapazität, über die man noch verfügen könnte, wenn Dinge symmetrisch gewesen wären.
Wie gesagt, ich mag Ordnung. Aber ich möchte sie nicht selbst herstellen. Das verlangt mir zu viel ab. Geduld und Lebenszeit. Wenn ich sie brauche, bring ich die Geduld halt auf und quäl ich mich durch (Steuererklärung einfach jedes Jahr ein Drama, seit 25 Jahren…), ansonsten erfreue ich mich an einem außerordentlich unordentlichen Leben.
Und das ist völlig in Ordnung.