Zunächst fand ich es gar nicht so toll. Wenn auch erfreulich und besser als nichts. Es war nicht sonderlich groß. Freundlich und leicht ölig, eine Spur reserviert vielleicht. Nach einiger wacher Betrachtung meinerseits jedoch entwickelte sich schleichend eine vom oberen Bauch aufsteigende flatternde Leichtigkeit, die in eine kleine Welle floss, mit einem Mal von innen gegen den Brustkorb klatschte und sprudelnd Richtung Stirn schwappte. Wie angewurzelt blieb ich stehen, während mein schneller Atem ein Kribbeln durch den gesamten Körper pumpte. Die Fingerspitzen begannen zu pochen und unter der Bauchdecke drückte sich fiebrige Unruhe nach außen. Drängte immer stärker in alle Richtungen. Und so zerbarst ich schließlich und vollkommen. In kleine und in große Teile. In Rauch, Staub und Niesel. Krachte in einer großen Druckwelle durch Gemäuer und Glas. Irgendwann kamen die feinen Partikel zur Ruhe und legten sich als dünne Schicht über die Reste. Wenn ich das geahnt hätte, hätte ich dir vorher deine Sachen zurückgegeben und zumindest nochmal tschüss gesagt.
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Matt S. Bakausky: Techno, Sauerstoff und Softpornos
Ja irgendwann ist man mitten drin in der Ekstase. Wie das eine Mal als ich im Stadtpark chillte, leicht hypomanisch drauf. Hypomanie ist die Vorstufe der Manie. Sehr verbreitet in den USA, da viele der ersten Einwanderer verrückt genug waren, um eine lange, risikovolle Reise auf sich zu nehmen. In der Hypomanie ist man sehr selbstbewusst, gut gelaunt, risikobereit, kann aber noch klarer denken als in einer voll ausgewachsenen Manie. Auf jeden Fall war ich da auf einer der blauen Liegen aus Metall am Stadtparksee gelegen und lauschte der Musik vom Parkcafe. Ich trug eine Sonnenbrille obwohl Nacht war. Irgendwann bekam ich Lust ins Parkcafe zu gehen. Da war irgend so eine Softporno meets Techno Veranstaltung. Ich ging also selbst bewusst auf die Türsteher zu und der Alpha meinte, dass ich ihm zu cool wäre mit der Sonnenbrille. Da nahm ich die Brille ab, schaute ihm in die Augen. Er meinte: Schon besser. Ich fragte ob es keine Möglichkeit gäbe, dass ich heute reinkomme. Ich trug eine Lederjacke und ein T-Shirt names Kleberuniversum, dessen Abbildung wie Spermaflecken aussah. Dazu eine enge schwarze Jeans. Er schaute mich an und meinte: Pack die Sonnenbrille in die Hosentasche und du kannst rein. Und so kam ich auf diese Party namens Club Bizzarre. Innen schaute ich mich erstmal um. Geil aussehende Menschen überall und ich war mitten drin. Ich ging auf Toilette und machte erstmal Atemübungen – eigentlich zum Relaxen – doch irgendwann geriet ich in Ekstase. High vom Sauerstoff. Ich ging raus, strahlend und die Leute wichen mir aus. Der Barkeeper kam sofort zu mir und nahm die Bestellung eines Red Bulls auf. Das Portmonee hielt ich zitternd in der Hand und der Barmann musste die Münzen selbst rausnehmen. Ich stand unter Strom. Ich ging in den leereren Bereich mit vielen Sitzgelegenheiten und auf dem Weg dahin fasste mir jemand an den Hintern. So eine Party war das. Auf einem sehr bequemen Sofa setzte ich die Atemübungen fort, weiterhin weit weit oben. Über mir gegenüber waren Fernseher mit Softpornos. Die betrachtete ich ein wenig zum reinhauenden Technobeat. Während ich da so offen in Ekstase grinsend da saß beobachtete mich eine hübsche Frau. Ich hatte kein Interesse sie anzusprechen, war mein Zustand doch schon hoch genug. Sie beobachtete mich weiter, traute sich wohl nicht. Da kam eine Frau mit Cowboyhut und setzte sich zu mir. Sie sah gut aus, sagte Hallo und ich fragte sie was sie sucht. Sie sagte wie Frauen nun mal sind: Ich suche meine Freunde. Ich lachte. Irgendwann am nächsten Morgen genoß ich weiterhin die Ekstase und fragte mich wie lange sie anhalten würde. Für ein paar Tage blieb sie, die Hypomanie blieb noch einige Wochen und schwenkte dann um. Was bleibt sind schöne Erinnerungen und eine Geschichte, die ich dir erzählen kann.
Natalia Breininger: Echo
Ἠχώ (Echo)
Noch bist du nicht fort, aus meinen Träumen, noch hallt die Stimme, erscheint das Gesicht, der Weg, wir unter den Bäumen der Alleen, auf verschiedenen Seiten des Flusses schlafend, ein paar Straßen voneinander entfernt, im Herbst, im Taxi, erst murmelnd, dann ein wenig still, zwischen Schachpartie und Schwarzem Meer, während der Wagen rollt, in der Nacht, schließlich wird es ein Patt, und du wirst dich durch meine Träume ziehen, sporadisch, nicht viel sagen, aber da wird etwas sein, eine Umarmung wie immer, ein Abschied, und ich, zwischen den Gleisen, Rolltreppen, Dunst und Waggons, die Biegung der Pferde, wie die der Bahn, ein uneingelöstes Wiedersehen – in deinem meinem Blick.
08 / 01 / 2019
Da ist noch das Bier zwischen uns, und der Stuhl, und die Stimmen der anderen, die vorbeirauschen, wie Autos, es regnet, das Theater knurrt, hier war mal was, hier spielten andere Stücke, wir reden über Weinl und dir flirrt immer noch die Angst in den Augen, ich stelle mir vor, wie du durchs Fenster türmst oder über das Parterre, was an mir mag es wohl sein, dass dich in die Flucht treibt und immer wieder zum Anschauen zwingt, – und doch – trink noch eins, bleib noch für ein halbes Stündchen, sagst du, Etappen der Scheu – wovor? – mit einem Lächeln dazwischen, im Laub sitzt die Hoffnung vergraben und raschelt, morst, dass es … sie noch gibt, dass es noch blühen muss, atmen, aus dem Versteck heraus, und der Einsatz auf Glück auch mal gewinnen, statt nur zu verlieren, wir zünden die Stille an mit Blicken, und ich locke dich wie einen Straßenhund aus der Reserve – weißt du Frisch und Pasternaks Schiwago und Hemingways Mann am Meer – ein wenig Vertrauen, ein wenig … bevor es schneit, und dann der Schnee schmilzt, und alles vorüberzieht, und wird wie immer … leuchtet das Nikotin am Ende unserer Münder auf, in der satten Dunkelheit der Straßen, ich hebe die Hand zum Abschiedsgruß an in der Bahn, mit einer Nasenspitze voll Regen, und rolle davon, der Nacht entgegen.
26 / 10 / 2018
Die Blühenden Landschaften: Espionage
Chris de Biel & die Lërchen – A bissl stirbt sichs jeden Tag
Doch, ich lieg hier angenehm,
die Nachbarschaft macht mir nichts aus.
Die Kissen sind aus Samt und Seide
und oben klatscht der Regen zum Applaus.
Sei nicht traurig, kleine Frau,
du hast noch nie um mich geweint
und jetzt bin ich wunschlos glücklich
weil sich die Erde über mir vereint.
Es war ja klar, dass es passiert,
es war schon lange nicht mehr gut.
Das Leben is a rechte Plag,
a bissl stirbt sichs jeden Tag.
Die Jahre ziehen so schnell vorbei
und schon bald kommst du zu mir.
I ruck rüber in meim Graberl,
unserm kalten, nassen, ewigen Quartier.
Und wenn dann am Jüngsten Tag
mich der Allerhöchste fragt,
ob alles leiwand wär bei mir
dann hab i die Antwort längst parat:
Es war ja klar, dass es passiert,
es war schon lange nicht mehr gut.
Das Leben is a rechte Plag,
a bissl stirbt sichs jeden Tag.
Lyrik (Sprecherin: Karin Rabhansl):
Lyrics:
Andreya Casablanca: Once you laugh
Nichts überhaupt,
diese Tage sitze ich im Kriechen aus.
Meine Jeans ist eng und ich fall
in ein Loch, das nicht rund ist
und ich frag mich, was der Grund ist.
Ich fühl das, ich sitz am Flughafen
und ich muss sagen, ich fühl das nicht.
Ich schau auf Screens
und ich fühl, ja, ich kill das nicht.
Kann machen, was ich will
aber ich geh auch nicht aus
mach eigentlich so nix.
Mir geht’s schlecht und ich sing.
i spend my days in a crawl
my jeans are tight and i fall
into a hole it’s not round
don’t know what this is about now
feeling it
i’m at the airport and i’m not feeling it
i stare at screens and i feel like i’m not
killing it
divide my time by my own scale
i did not get up today
i did not feel so well
serious business i miss this
serious business i miss this
serious business i miss this
serious business i miss this
Lyrik:
Lyrics:
Schubsen: Abendrot und Morgengrauen
In Fetzen hängt der Morgen zerrissen,
im Palast ist die Empathie verstummt.
Bis auf den Hausmeister,
der weiter vor sich summt
Und hinter verschlossenen Toren wird er leiser
und hinter verschlossenen Toren wird er heiser.
Es wächst der Lärm der Menschen und Maschinen
und ehrgeizige Kinder träumen still vom Glück.
Ein Aktivist kehrt stumm von der Arbeit zurück,
Dünne Schatten zittern auf kaputten Schienen
Dünne Schatten zittern auf kaputten Linien.
Es ist zu laut, es wird zu laut
und es wird noch mehr geschehen.
Am Morgen wird es nichtmal mehr in der Zeitung stehen.
Der Neid rattert und wird mehr und mehr publik.
in den Etagen pennen die hungrigen Ratten.
Durch traurige Tore schießt der Augenblick
und weint um die Zukunft, die wir niemals hatten.
Lyrik:
Lyrics:
Akne Kid Joe: Dagmar Wöhrl
heute in unserer filiale
gibt es eine tolle aktion
nur heute in unserer filiale
gibt es eine charity aktion
wir verkaufen euch unsern dreck
und 1 prozent davon, 1 prozent davon
spenden wir an einen guten zweck
1 prozent davon, wow 1 prozent davon
kommt vorbei der ganze scheiss muss weg
denn 1 prozent davon, 1 prozent davon
schreiben wir auf einen riesenscheck
wir ködern euch mit nem kalten tropfen
und schenken uns champagner ein
wir ködern euch mit nem kalten tropfen
und wärmen uns am heissen stein
1 prozent ist mehr als 0 prozent
einfach eine gute aktion
heutzutage zählt doch jeder cent
doch 5 prozent sind keine option
wir verkaufen euch unsern dreck
und 1 prozent davon, 1 prozent davon
spenden wir an einen guten zweck
1 prozent davon, wow 1 prozent davon
kommt vorbei der ganze scheiß muss weg
denn 1 prozent davon, mehr als 0 prozent davon
schreiben wir auf einen riesenscheck
wir ködern euch mit nem kalten tropfen
und schenken uns champagner ein
wir ködern euch mit nem kalten tropfen
und wärmen uns am heissen stein
wir ködern euch mit nem kalten tropfen
und schieben uns die scheine ein
wir ködern euch mit nem kalten tropfen
und wärmen uns am heissen stein
Lyrik:
Akne Kid Joe: Liebeslied
am ende meines tunnels
stehst du mit einer lampe
mir gehts endlich wieder gut
ich kauf dir blumen von der tanke
lass uns nen yogakurs besuchen
ich hoff du magst karottenkuchen
ich hab nach wohnungen geschaut
ich schick dir links von immoscout
lass uns puzzleteile tätowiern
lass uns honigbrote schmiern
lass uns spontan an bahnhof gehn
wir fahren einfach von gleis zehn
ich liebe deine augen
morgens riechst du aus dem mund
ich geh mit dir spazieren
wir kaufen uns n hund
früher war doch alles toll
der hund pisst uns die bude voll
du sagst du hasst karottenkuchen
lass es uns nochmal versuchen
lass uns puzzleteile tätowiern
lass uns honigbrote schmiern
lass uns spontan an bahnhof gehn
wir fahren einfach von gleis zehn
Lyrik:
Lyrics:
Wolf Mountains: Vacation
The ceiling is alive
I stabbed it with a knife.
I thought it was my friend.
Now I’m never coming back again.
I’m on vacation from nine to five.
They tried to blind my sight
With all their city lights.
I can’t stop and wonder why
Just before I’m going to die.
I’m on vacation from nine to five.
Siegfried and Roy
Lyrik:
Lyrics: