Wenn ich
gerade noch ich
genug bin
um zu spüren
dass ich
gar nicht mehr ich bin
das ist ein Gefühl
kann ich dir sagen.
Wie damals mein Kater
am Straßenrand
voll überrollt
vm LKW.
Das rosige Innere blüht
außen auf dem Asphalt
der noch bebt.
So ist das.
Nur reversibel.
Wenn ich dann wieder
ich bin
mit Knochen unter der Haut
und einem Spiegelbild
das sagt: komm
nicht unter die Räder.
Und putz mal das Bad.
Das ist ein Gefühl, sag ich dir.
Kategorie: Lyrik
Marlene Steidele: Gött*innen
Wünscht es gäbe Gött*innen
Doch einen Gott wie euren brauch ich nicht
Will ich nicht
Der queere Menschen ablehnt
Der Femizide zulässt
Der schweigt
Trotz Hass und Leid
Rassismus, Kapitalismus
Sexismus und Ableismus
Krieg und soziale Ungleichheit
Gott schweigt
Wünscht es gäbe Gött*innen
Einfühlsam und Gerecht
Voll liebe und Gütigkeit
Die durchs Weltall schweben
Und uns beschützen
Doch einen Gott wie euren brauch ich nicht
Will ich nicht
Der Hexen verbrennen lässt
Menschen erzrinken lässt
Gott schweigt
Stille
Bis in alle Ewigkeit
Ich habe meine Gött*innen bei mir Meine Freund*innen
Und wir kämpfen zusammen
Und wir schweigen nicht
David Telgin: Hoffnung
Es gibt
doch
noch Gott
Es gibt
doch
noch Rettung
Es gibt
doch
noch Licht.
David Telgin: Gott
Die Welt
wäre eine andere
Ohne Hoffnung
Die Welt
wäre eine andere
Ohne Wunder
Die Welt
wäre eine andere
Ohne dich.
Peter Reus – Spring Into Summer
Hollerblütenregen
Genau in die Tonscherbe
Das Vogelbad
Voller Sterne!
Peter Reus – Instagram Folgen
I
Ich vor Ayers-Rock
Ich vor Machu-Picchu-Inka-Stadt (oder Maya-Stadt oder …?)
Ich vor Empire-State-Building
Ich vor den Pyramiden von Gizeh
Ich vor Gletscher
Ich vor Naturkulisse
II
Ich vor Robbenbaby
Ich vor Flamingos
Ich vor den Big Five (Giraffe, Elefant und … ach, die andern halt)
Ich vor Blauwal
Ich vor Naturschauspiel
III
Ich vor Feuerwalze
Ich vor Murenabgang (oder Lawine?)
Ich vor Überschwemmung
Ich vor Naturkatastrophe
IV
Nach mir
Die Sintflut
Peter Reus – Tempus Fugit
Sie sind über das Handy gebeugt.
Sie werden über das Handy gebeugt sein.
Sie werden über das Handy gebeugt
Gewesen sein.
Harald Kappel: Erbarmungslos
in der flimmernden Hitze
schmilzt der Asphalt
vor meinem Fenster
und die Hoffnung
in meiner Weißen Substanz
es gibt kein Entrinnen
keinen Luftzug
Gott kennt kein Erbarmen
und keine Freunde
das Denken
ein dramatisches Zögern
in der flimmernden Hitze
schmilzt mein Verständnis
vor meinem Fenster
wartet Dein Abschied
Gott kennt
wirklich
kein Erbarmen
Harald Kappel: GottesDienst
ein Kind hat
nach der Messe
Schweine geschminkt
mit Zwergen getrunken
Worte zerkifft
Venen durchlöchert
sein Herz hat gestunken
es verfaulte
auf dem Dixieklo
der Priester hatte
einem Kind
seine Haut verliehen
nach der Messe
Harald Kappel: Spekulation
in Steinschnittlagerung
hofft Aschenbrödel
auf magisches Blut
sie weint
vor Glück
ein magischer Affront
das Aufklärungsgespräch
erzeugt Kaskaden
von Empörung
die Predigt
wird unterzeichnet
hinter den Gardinen
verstecken sich
die Gutachter
vor sich selbst
der neueste Kardinal
bestellt Buntglas
für den Beichtstuhl
der Durchblick
geht verloren
der Livestream
wird aktiviert
der Download
komplettiert
das Spekulum
rostet
Aschenbrödel
bestellt Buntglas
für das Handgelenk