Das drittwichtigste Familienrezept das mir weitergegeben wurde ist mich eingeschlossen erst zwei Generationen alt. Das ist ein umständlicher Weg zu sagen, dass meine Mamer es entwickelt hat.
Und geheim ist eigentlich nichts daran, es ist eine Abwandlung der Schmelzkäse Partysuppe, die wahrscheinlich früher in allen Magazinen beworben wurde, die nicht gerade Rezepte für eine neue Art der Diät mit Bezug auf einen Urlaubsort publiziert haben.
Die erste Art der Abwandlung war, den Schmelzkäse durch Creme Fraiche zu ersetzen, was eine Änderung des Namens notwendig machte.
Bis zu meiner Version gab es noch einige Änderungen, was die Suppe wahrscheinlich zu einem köstlichen Schiff des Theseus macht.
Inzwischen haben Kokosmilch und das billigste Sojahack das gerade zu finden ist Creme Fraiche ersetzt während Erbsen und Möhren unverändert dabeigeblieben sind und die Suppe retten, wenn sie schon als versalzen abgestempelt wurde.
Besonders gut schmeckt die Suppe, wenn ich beim Kochen etwas von Maillard Reaktion erzählt und mir keine Gedanken darüber mache, dass MyLard ein guter Name für ein monatliches Abonnement für Schweineschmalz wäre.
Der Zubereitungsprozess stellt also ein wichtiges Ritual dar, aber von außen betrachtet spielt die Hauptrolle ja das Schnabulieren.
Die nächste Person, die die Worte „gefraßiges Schweigen” in den Mund nimmt anstelle eines Löffels voll köstlicher Suppe bekommt eine Medallie für den am seltensten gemachten Witz.
Das eigentlich interessante sind die Momente nachdem alle gesättigt sind.
Da kommt es zu verschiedenen Clashes: Nach dem Essen sollst du ruhen, oder Tausend Schritte tun sozusagen. Oder eben das sofortige Aufräumen, noch während manche speisen gegen die münsterländer Mentalität „Es kührt sich so nett bei ösiger Pött.“ Also die Präferenz, bei schmutzigen Töpfen gemeinsam am Tisch zu plauschen.
Was auch immer das Ergebnis ist, die Kombination der Makronährstoffe in salziger Brühe gibt immer das gewünschte Gefühl von Geborgenheit.